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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft
RAMADA Cup 6³   2016/2017

Qualifikationsturnier Hamburg

6. bis 8. Januar 2017

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

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Spielort:

RAMADA Hotel Hamburg-Bergedorf

Ralf Mulde berichtet aus Hamburg

Bergedorf: Die Spiele sind eröffnet!

Schlittschuhe abschnallen, Pudelmütze kann drauf bleiben (man weiß ja nie), Bretter frei, los geht's ... Wenn in einem großen Turnier an hunderten von Brettern nahezu zeitgleich der erste Zug ausgeführt wird, das ist doch immer wie ein Aufbruchssignal in eine schöne, bessere Zukunft! Hoffnungen und Kampfgeist mischen sich in dieses durch 505 Spieler vereinte "klack-klack" und das selbstverständlich von irgendwoher folgende "Ruhe bitte...!"

56 Damen sind unter den Startern, fast so viele Spieler kommen vom HSK, nämlich 50, ältester Teilnehmer ist nicht derjenige, der morgens beim Rasieren so aussieht, sondern der 1926 (!!) geborene Willi Meyer (DWZ 1335) SV Billst.-Horn 91, Gruppe E und der jüngste wurde 2010 geboren (war das nicht eben gerade erst ...?) und heißt Thomas Bosnak (Hamburg, DWZ 1100), Gruppe F. Die berühmte Altersspanne "zwischen 8 und 88" wurde also beidseits übertroffen: Gut so!

Jüngster Teilnehmer: Thomas Bosnak
Ältester Teilnehmer: Willi Meyer

Aber der Reihe nach. Teil jedes Turniers ist die Eröffnung. Die übernahmen am heutigen Freitag, 5-Jan-2017, ab 10:00 Uhr gleich fünf fachkundige Herren, nämlich

Dass so viele Schachspieler an die Bretter strömten, ist gar nicht verwunderlich, denn was soll man bei aktuell in Bergedorf klirrenden -8°C (-13°C) anders tun als Schach zu spielen? Schon 1973 schrieb Max von der Grün einen (noch immer sehr zu empfehlenden) Roman mit dem einschlägig warnenden Titel "Stellenweise Glatteis". Offenbar Fachliteratur für die aktuelle Lage ...

Vorgestern lasen wir, ebenfalls hilfreich, von Christian Zickelbein auf der Vereinsseite des Hamburger Schachklub HSK, "Die Deutsche Amateurmeisterschaft – der RAMADA-CUP – macht Station in Hamburg. Schon um 10:00 Uhr beginnt im RAMADA Treff-Hotel in Bergedorf die erste von fünf Runden. Mit 52 Spielerinnen und Spielern, darunter 21 Kinder und Jugendliche, unter den über 500 Teilnehmern stellt der HSK das größte Vereinskontingent. Im HSK-Schachzentrum trifft sich am Abend vermutlich dennoch unsere kleine Blitzszene." http://www.hsk1830.de/ Wer also bei uns in der DSAM seine Partie am abendlichen Freitag schon recht früh beendet haben sollte, könnte ja eben noch rüberhuschen - aber seid vorsichtig, stellenweise ...!

 

Körkarlen

Bahne Fuhrmann

Manche fallen einem auf, weil sie - neben der schachlichen Kunst - eine knallgrüne Haarfarbe aufgelegt haben. Oder weil sie einfach besonders sympathisch sind, obwohl da die Auswahl groß wäre. Oder weil sie mit großer Familie unterwegs sind. Einer fiel uns auf, weil er einen etwas ungewöhnlichen Vornamen hat, nämlich der Bahne Fuhrmann.

Unser junger Schachfreund hat in der Gruppe F nach zwei Runden zwei Punkte, was ja nicht gerade wenig ist und spielt am Sonnabendmorgen mit Weiß an Brett 3. Er machte schon von sich reden, so ein bisschen jedenfalls, als er jüngst den "HSK Kid Cup" (auf deutsch geht heute gar nichts mehr) zwar nicht mit nach Hause nehmen konnte, aber doch "auf Platz 23 den Pokal für die 1.Klasse" gewann. Heute hat der Zehnjährige DWZ 1334. Schon morgen könnte es mehr sein ... nach seiner Partie mit Dir!

Talente

Ein solches Turnier mit mehreren hundert Teilnehmern macht es schwer, über alle zu schreiben. Lebendig werden Reportagen aber nur, wenn es um lebendige Menschen geht. Also pickt man sich nach diesem oder jenem Muster eine(n) heraus. Dabei werden viele unbeachtet gelassen, was soll man anders tun? Und manchmal hat man großes Glück bei diesem Verfahren.

Der große Kritiker und Schriftsteller Alfred Polgar (ein zwar schach-affiner Name, aber doch weder verwandt noch verschwägert mit den drei Schwestern - nicht die vom Onkel Tschechow, sondern die Polgars) schrieb noch vor 1938, als er nämlich emigrieren musste, ein hinreißendes Portrait über eine völlig unbekannte, blonde Tänzerin, eben:

Die zweite von links

Mitte  der zwanziger Jahre unseres glorreichen Jahrhunderts wurde auf der Bühne der Wiener Kammerspiele ein amerikanischer Reißer, ein Thriller, vorgestellt ... Das Stück hieß "Broadway.., und die fünf stellten die Broadway-Girls dar. Wie sich das für Girls ziemt, tanzten sie überaus parallel: zehn Beine und ein Takt. Sie sangen auch. Und zuweilen mischten sie sich sogar solistisch ins Spiel. Gangster, deren ganz gefährliche auf der Bühne sich tummelten, planten eine Mordtat, aber ...

Turniersaal in Hamburg-Bergedorf

Es war die zweite von links, die, im kritischen Augenblick, den Revolver hob und die Kanaille niederschoss. Sie schoss von einer Treppe herab, die im Hintergrund sich wendelte, sie blieb dort stehen, als die Tat getan war, und sah auf das Opfer mit einem Blick, in dem Uninteressiertheit, kindliche Neugier, Müdigkeit und Gefühl schicksalhaften Unvermögens zu verstehen sich mengten. ... (und das) schon damals, als der Stern der (Marlene) Dietrich noch unterm Horizont stand und sie nur ein Girl unter Girls war." Im übertragenen Sinne haben wir garantiert ein Dutzend weiblicher und männlicher "Marlenes" im DSAM-Saal - und deren Schach-Stern wird schon rasch über dem Horizont erstrahlen!

Geburtstagstalent

Vor vielen Jahren, so muss man nun vermuten, wurde dem Texter gesagt: "Da vorne, da spielt so ein Kleiner. Riesiges Talent. Behalte den mal im Auge: Maximilian Paul Mätzkow." Gemeinhin erhält man nach solchen Sätzen als Schlusspunkt noch einen Klaps auf den Rücken - und wir machten das dann auch wie gottbefohlen. 2002 ist er geboren und unser neuestes Foto von ihm ist auch gleich ein Anlass, einen "Herzlichen Glückwunsch!" über den Bildschirm zu jubeln, denn der zum jungen Mann gereifte Eberswalder hat  Geburtstag. Ob man sich mit 15 Jahren am Brett wesentlich anders denn mit 14 Jahren fühlt? Der Leser möge in eigenen Erinnerungen kramen.

Die Kreisstadt Eberswalde liegt rund 50 km nordöstlich von Berlin und 17 km in ostsüdöstlicher Richtung finden wir schon Bad Freienwalde. Schon rund 22 km seitab der Stadt fließt die Oder (Hohenwutzen). Und wer Eberswalde stramm nach Norden verlässt, passiert - hoffentlich, sonst wird's feucht - den Oder-Havel-Kanal. Der Club hat 38 Mitglieder, zwei Mädels, sieben Jungspunde, bester Spieler ist (noch?) Hardy Sydow gleich danach folgt DAS TALENT. Und das ist er tatsächlich, der Maximilian Paul Mätzkow, auch wenn seine schachliche Karriere nun etwas weniger steil verläuft als es zunächst den Anschein hatte oder auch von vielen erhofft war. Für manchen ist es eben schwer vorstellbar, aber: Es gibt im Leben gerade junger Menschen bisweilen auch noch Anderes als Schach.

Dennoch gab es mitreißende Erfolge, so die 6,5 aus 9 in der U14 Europa-Meisterschaft 2016, was hierzulande eher unter Wert dargestellt wurde, die 3,5 aus 5 im selben Jahr in der DSAM Bergedorf und und und ... es gibt eine sehr lange Ergebnis-Liste in seiner "Rating-Vita", nirgends brachiale 90-100% Resultate, aber eben doch ein stetiger Aufstieg, was ja besser ist als wilde Sprünge zu produzieren. Wir wünschen unserem nun ein Jahr älteren Schachfreund weiter viel Erfolg und Spaß im Schach!

Zwei aus zwei in der C

Hannah Möller

Und wieder fiel uns eine auf. Vielleicht kann sie sogar unter die ersten Sechs gelangen? Gemeint ist Hannah Möller. Sie kommt aus Lingen (Emsland), wo das Wort "ge-lingen" ja förmlich schon im städtischen Gen verhakt ist. Schauen wir einmal in die chess-db.com und wir sehen:

Hannah Moeller Elo 1724, DWZ 1695, geb. 2000, wbl., SV Lingen

In welcher Gruppe spielt sie doch gleich in der DSAM? Dabei hilft uns (wenn man es nicht ohnehin weiß) das neue Werkzeug auf der DSAM-Seite, das Frank Jäger geschaffen hat: https://www.ramada-cup.deturnier.html?typ=suche&sb=möller&suchen=suchen

Fünf Möllers möllern also in diesem Turnier und der Lingener Hannah gelingt's in Gruppe C. Gestartet ist sie klasse, nämlich mit strammen "zwei aus zwei" - und das als bekennender Morgenmuffel! An 85 war sie gesetzt, nach den beiden Spielen ist es aber schon Rang 7 und nun hat sie Weiß in ihrer Partie mit Jochen Schölker. Ob die in pink gehaltene Stofftier-Kollektion und ihr Kugelschreiber-Großlager am Brett geholfen haben? Warten wir jedenfalls ab, was draus wird!

Halbzeit-Rundflug über die Bretter

Nach drei Runden ist es sinnvoll, erste Zwischenstände zu sichten. Gibt es Spieler, die sich schon ein wenig abgesetzt haben und gibt es welche, die gemessen an ihrem Rating, Alter oder der Haarfarbe total überraschend abschnitten?

Fangen wir ganz vorne an. Nicht an der Kaffeebar, sondern, na klar, in der Gruppe A. Am Spitzenbrett sehen wir mit Weiß Björn Bente (2,5 pt) und mit Schwarz Derek Gaede. Beide Hamburger SK-Spieler waren laut Rating auch recht weit vorne erwartet worden, also ein spannendes Duell der Vereinskollegen! Gleich dahinter, schon eher überraschend, spielt der von Setzplatz 7 gestartete Brandenburger Raphael Rehberg gegen den sogar von Nr. 27 losgesausten Bremer Frank Peters. Beide haben aktuell 2,5 Punkte. Man könnte jetzt etwas von "also die entscheidende Runde" sagen, aber in einem 5-Runden-Turnier ist einfach jede Runde entscheidend - es sei denn, Du hast in der Schlusspartie schon anderthalb Vorsprung, was rechnerisch bestimmt irgendwie möglich wäre.

In Gruppe B schiebt es sich zu diesem Turnier-Zeitpunkt oft etwas mehr zusammen als in der A. So ist auch heute. Vier Spieler sind mit "drei aus drei" am besten im Rennen (was natürlich noch gar nichts heißt) und zwar Michael Schmitt, Ralf Schöngart, Hartmut Porth und, am meisten überraschend, der an 43 gesetzte Artur Oganessjan von der ruhmreichen TuRa Harksheide Norderstedt. Weitere bekannte - allerdings nicht gleich starke - Spieler wie Fritz Fegebank, Frederik Svane, Sarah Hund und Hans-Adolf Dittmann stecken momentan noch in einer tabellarischen Schneewehe fest, schaufeln sich vielleicht aber gerade frei.

Gruppe C hat fünf Spieler mit bisher 100%, Jakob Weihrauch, Jon Englert, Thomas Bertram, Michael Domnik und Jeremy Hommer, der mit seinen jungen 10 Jahren schon zum 5. Mal bei der DSAM in Hamburg-Bergedorf dabei ist.

In Gruppe D sind es gleich sechs Spieler, die noch die berühmten 100% haben - das schauen wir uns nach dieser Runde noch einmal genauer an. Mit Annika Denz ist jedenfalls eine starke Dame dabei und mit Max Cornels bestätigt zumindest einer mal die Elo-Auguren: Er war an Eins gesetzt. Unser Bielefelder Schachfreund Masih Ilchizadeh Kavgani, von dem noch die Rede sein wird, war an 44 gesetzt und spielt nun auch genau dort: An Brett 22 mit Weiß.

In der Gruppe E sind sie zu dritt, die mit den 100%, nämlich Hartmut Kahle, Pascal Besancon und Frank Stolzenwald. Aber jeder weiß, dass die mit den 2,5 Zählern und auch die mit 2,0 Punkten durchaus noch den Tigersprung an die Spitze schaffen können. Und wenn nicht ganz dort hin, dann doch zumindest unter die besten Sechs.

Und in der Gruppe F sitzt die offenbar etwas "under-ratete" Sandra Schmidt, Wittstock, da wo sie jedenfalls der DSAM-Texter nach ihrem letzten Auftritt beim Magdeburger Turnier erwartet hatte, nämlich ganz vorne. Mit drei aus drei hat sie nun Weiß gegen Tim Schöttker. Das ist aber noch kein Alleinstellungs-Merkmal, denn 100% haben auch (noch) Rainer Knöchel, Bahne Fuhrmann, Kim Ruiz und George Milare. Die süße, kleine Ani Petrosyan hat auch schon einen Punkt und spielt auf Platz 85. Das wird ihrem großen Nachnamen noch nicht ganz gerecht, aber erstens war Weltmeister Tigran "Qualitätsopfer" Petrosyan (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Langenhorner in der E-Gruppe) in ihrem Alter vermutlich auch nicht besser und zweitens kann die US-Amerikanerin schließlich nichts für ihren Nachnamen - aber auch nichts dagegen.

 

Internationales aus Ostwestfalen-Lippe

Masih Ilchizadeh Kavgani

Momentan -3°C. Wer noch etwas warten kann, sollte erst am Nachmittag das Hotel verlassen, dann wird's wärmer. Nachts ist es in Bergedorf besonders schön, sieht man von den DSAM-Brettern, die die Welt bedeuten, einmal ab:  http://www.wetter.com/deutschlandbergedorf/DE0004130041.html

Davon abgesehen: Was ist los im Turniersaal? Keine Ergebnisse? Beendete Partien? Einen unserer Spieler mit einem für die meisten schwer auszusprechenden Namen (wohl dem, der ihn nur zu schreiben braucht) finden wir im Schachbezirk Bielefeld wieder, genauer: Bei Sieker Bielefeld Zwo, nämlich Masih Ilchizadeh Kavgani. Der Nachname beginnt bei Ilchi... DWZ 1632 bei elf Auswertungen, also nicht erst seit gestern am Start, 1982 geboren. Und aktuell spielt er bei uns gleich da vorne in der Gruppe D und legte mit zwei aus zwei los wie es besser nicht geht.

"Schachverband Ostwestfalen-Lippe: Verbandsklasse B" klingt wenig international, scheint es aber doch zu sein, denn in Beverungen spielt ja auch Hanna Nassim Sorial oder im besagten Sieker BI u.a. auch der Hrisowalandis A. Milonas. Insgesamt sagt das, es sei am Rande bemerkt, eine Menge über die Integrationskraft auch oder gerade der kleineren deutschen Schachvereine aus, worüber der DSB und seine Öffentlichkeitsarbeit vielleicht ein bisschen zu wenig verbreitet. Jedenfalls hat Schachfreund Ilchizadeh Kavgani knorrige 6,5 aus 8 in besagter Bezirksliga erspielt und hielt sich eigentlich nur bei seinem Start 2012 mit 2,5 aus 6 zurück und zwar bei der "Sieker Stadtmeisterschaft" (und da denkt man immer, Sieke sei ein Stadtteil von Bielefeld).

Strandkörbe, Ehrungen und Hotel

Wie man sich doch irren kann ... Porth ... dachte ich ... Porth ... da war doch was...? Port Said? Nein. Dann fiel es mir wieder ein! Das Wangerooger Strandlatschen-Turnier! Sowohl FM Dietmar Porth als auch Hartmut Porth scheinen dort eine Art Dauer-Strandkorb am Meer und Schachbrett gemietet zu haben, mit abwechselndem Inseldienst. http://www.schachbund.de/news/dietmar-porth-siegte-auf-wangerooge.html

Der bei uns am DSAM-Brett und ausnahmsweise ohne Handtuch, Rettungsring und Quietsche-Entchen, das ist Hartmut Porth. Und zwar mit stattlichen drei aus drei in der B-Gruppe. Und seit 2006 mit der Ehrennadel des Schachverbandes Schleswig-Holstein in Bronze und zehn Jahre später gehörte er zu den von seiner Heimatstadt Bargteheide besonders geehrten Sportlern, derlei muss ja auch mal gesagt sein.

Bei der DSAM errang unser Mann aus der sturmumtosten Stadt zwischen Lübeck und Hamburg mehrfach einen der Plätze, die man später auf den Siegerfotos "verewigt", also: Wir warnen vor diesem Mann! Vorher und nachher tut er ganz nett, aber am Brett ... haut er Dich einfach um. Schach verdirbt eben temporär den Charakter.

Ob die meisten Schachturniere wohl in Hotels gespielt wurden? Vermutlich nicht, obwohl die DSAM die Statistik vermutlich in diese Richtung schieben könnte. Das erste echte Turnier London 1851 fand faktisch in der Kneipe statt. Zwar sollen einige Spieler dort nicht nur übernachtet, sondern sozusagen gleich gewohnt haben, aber erstens stimmt das wohl nicht so ganz und zweitens ist ein Hotel noch immer etwas anderes.

Riders Hotel in Cambridge Springs, Quelle: Wikimedia

Quelle: Wikimedia

Hotel, so was wie unseres, war das Riders Hotel in Cambridge Springs 1904. Von da hat nun die Variante im Damengambit ihren Namen weg. Der (vom Historiker Michael Negele in einer phantastischen Arbeit auf der DSB-Seite portraitierte) Richard Teichmann spielte dort eine wichtige Rolle, indem er es war, der im "Hotel-Turnier" diese nach dem Ort benannte Variante in zwei Partien wirklich in die Turnierpraxis einführte, nachdem sie zuvor einmal 1892 in Lasker - Hodges vorkam und wieder vergessen wurde. Man sieht: Schach im guten Hotel hat viele Vorbilder!

http://www.schachbund.de/news/genug-des-stumpfsinns-remis-richard-der-fuenfte-kam-aus-altenburg.html
http://www.cs1904.com/

Danke Glückwunsch Tradition

In der DSAM ist es eine wunderbare Tradition, jene zu beglückwünschen, die während des Turniers Geburtstag haben und jene zu ehren - vor allem: uns bei ihnen zu bedanken! -, die zum zehnten, fünfundzwanzigsten, fünfzigsten Mal an einem unserer Qualifikations-Turniere teilnehmen.

Beginnen wir mit dem Spieler, der heute, am 7. Januar, Geburtstag hat!

Ali Berk Dursun vom SV Bad Oldesloe nimmt in der F-Gruppe bestimmt auch nachträgliche Glückwünsche zu seinem noch einstelligen Geburtstag entgegen. Weiterhin alles Gute für Dich, Ali! Allerdings: Sieh Dich vor - es wird auch heute Menschen geben, die Deinen König umhauen möchten.

Die fünfzehn Spieler, die das mit dem Umhauen aus eigenem, aktivem Tun schon kennen, weil sie bereits zum zehnten Mal bei uns sind und dafür - gemeint sind die Teilnahmen - als Zeichen des Danks des gesamten DSAM-Teams einen Bronzenen Springer ans Revers geheftet erhalten, das sind:

Albrecht Buchsteiner, Bille SC von 1924 e.V. (Gr. D), Jan Erik Dreyer, Sf Barsinghausen e.V. (Gr. D), Madjid Emami, Hamburger SK von 1830 e. V. (Gr. B), Stanislaw Frackowiak, Hamburger SK von 1830 e. V. (Gr. D), Fronke Gerken, SC Turm Lüneburg e. V. (Gr. C), Stefan Knappe, SG Aufbau Elbe Magdeburg (Gr. E), Helmut Kracht, SK Kaltenkirchen (Gr. B), Udo Kuhn (TSG 1861 Taucha (Gr. B), Maximilian Paul Mätzkow, ESV "1949 Eberswalde" e. V. (Gr. A), Max Oberberg, SK Doppelbauer Kiel (Gr. E), Antje Peters, SF Turm 2000 Wahrburg (Gr. D), Bastian Reyher, SV "Glück auf" Rüdersdorf e. V. (Gr. F), Michael Schläger, Post SV Uelzen (Gr. E), Robert Siemes, Ratinger Schachklub 1950 (Gr. E), Jens Wolter, SV Bargteheide (Gr. A).

 

 

25 DSAM-Teilnahmen

Man kann zehn Teilnahmen toppen, dachten sich einige Spieler. Marina & Thomas Bertram, Schachfreunde Bad Lausick (Gr. F & C), Thomas Holzhüter, SV 90 Havelberg (Gr. C), Achim Jürgens, SC Diogenes e. V. (Gr. C), Detlef Krüger, TSG Rot-Weiß Fredersdorf/Vogelsdorf e. V. (Gr. C), Karsten Schöne, Schachklub Sieker Bielefeld (Gr. B) haben das in die Tat umgesetzt: Sie sind zum fünfundzwanzigsten Mal bei uns! Herzlichen Dank! Der Silberne Springer der DSAM gehört nun Euch.

Die DSAM Bergedorf 2017 ist beendet!

Wie immer passierte lange nichts. Und dann nichts. Klar war damit: Es gab nicht allzu viele "plötzliche Remisen nach dem Frühstück". Aber plötzlich, um 11:17 Uhr, rasten die ersten Ergebnisse in die Redaktion.

In der Gruppe A gab es an den Brettern 2, 7, 10, 13 + 14 die Punkteteilung, während aber an Brett 8 + 11 sogar schon das 1-0 besiegelt war. Richtet man den Blick nur einmal ganz nach oben (was bei Glatteisgefahr gar nicht so sehr ratsam ist!), hatte wohl nur das Remis an Brett 2, also Viktor Friesen (3 pt) - Jens Wulf von Moers (3 pt) Einfluss auf die Plätze 1-6. An Brett 1 spielte noch der Star des Turniers, nämlich der mit bisher 100% durch diese de luxe Gruppe spazierende Derek Gaede (Hamburger SK) seine Partie mit dem Sieger von Magdeburg, Raphael Rehberg. Letzterer benötigte mit seinen 3,0 Punkten einen Sieg, um Erster zu werden.

Moment ... Magdeburg? Wer war denn eigentlich sowieso schon für das Finale qualifiziert? Besagter Meister Rehberg, Viktor Friesen, Björn Bente, Bernd Wronn, Barbara Hund und Oliver Pestel hatten durch ihre Leistungen in vorigen Turnieren das Final-Ticket bereits in der Tasche und konnten also - umso gefährlicher für die Gegnerschaft! - unbekümmert aufspielen. Wichtiger als die Platzierung aber ist für manche ihr Rating. Ob nun Dritter oder Fünfter, zehn Elo mehr müssen her! Und dafür wird dann eben aus dem Turmendspiel doch noch das Letzte herausgequetscht - Akiba hätte es ja auch getan.

Um Punkt 12:00 Uhr schepperte es dann in die Redaktion: Derek Gaede gewinnt sogar noch seine fünfte Partie und schafft damit in Bergedorf in der Gruppe A einfach großartige fünf aus fünf, 100% und damit natürlich auch den ersten Platz! Mit wem haben wir es denn da zu tun? Der 1982 geborene, strahlende Star des Turniers spielt für den Hamburger SK, hat Elo und zwar 2239 und DWZ 2205 - beachtlich, aber noch kein Anzeichen für einen Überflieger. Geschickte Tarnung. Derek Gaede punktet in der Oberliga Nord, Staffel Nord, regelmäßig besser als 50%, was nicht einfach ist; man trifft dort an den besseren Brettern auf Spieler wie die Großmeister Csaba, Stopa, Wedberg, Monika Socko oder Carsten Hoi. Das bisherige Glanzstück von Derek Gaede aber waren wohl die fünf aus sieben im HSK Elo-Open 2015 - bis er die A-Gruppe in Bergedorf 2017 gewann, versteht sich.

Während sich die Glatteis-Lage auf den Straßen beruhigte, die in ganz Norddeutschland viele Unfälle erzeugt hatte, jetzt aber in Bergedorf durch kuschelige +2°C entspannte, klärte sich auch die Lage an vielen Brettern.

Der am ChessBase-Stand geradezu umlagerte Martin Fischer deutete derweil an, dass "wohl 1.000 Lösungen der gestellten Taktik-Aufgaben eingehen" werden und dass unter allen Lösern im Rahmen der Ehrung der Sieger mindestens ein ChessBase-Paket im Wert von sagenhaften 380,-- Euro verlost werden würde. Man muss diesen Service zusammen sehen mit dem immer wieder stark besuchten Seminar, das ChessBase bei jedem DSAM-Turnier anbietet und dort Tricks, Kniffe und den normalen Umgang mit dem aktuellen Produkt offenbart und für Fragen verfügbar ist. Die Hamburger Firma ist schon lange ein Weltkonzern - ziehen wir einen Vergleich: gewissen Autobauern käme ein solches Entgegenkommen für die Kunden (und jene, die es werden könnten) wohl gar nicht in den Sinn.

Zwei Spieler aus Belgien waren an die Bille gereist. Ob sie Pralinen mitbrachten, ist nicht überliefert, aber haben die Beiden denn etwas mitgenommen, nämlich Punkte? Nehmen wir es vorweg: Bart Carrijn (Elo 1681) spielte in der Gruppe D, sein Landsmann Ritsaart Willockx (Elo 1907) in der B. Letzterer hatte hoffentlich viel Spaß, allerdings waren 1,5 Punkte und der 66. Rang von 72 gewiss erst als Anfang seiner DSAM-Karriere zu verstehen. Sein Kollege Bart Carrijn reüssierte mehr und wurde mit 3,0 Punkten und dem 34. Rang von 120 bedankt.

 

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Siegerin Gruppe F: Kim Ruiz

Siegerin Gruppe F: Kim Ruiz

Gruppe F (TWZ 0 - 1300, 107 Spieler)

Hier erzielten gleich vier Spieler tolle 4,5 Punkte, also 90%. Die Buchholzwertung legte die Reihenfolge fest:

1.) Kim Ruiz, Aachen
2.) Anatol Weckerle, Koblenz
3.) Bahne Fuhrmann, Hamburger SK
4.) Paul Jeken, Hamburger SK

Es folgten nun natürlich viele Spieler mit je 4,0 Punkten, in der Reihung der nun für das Finale Qualifizierten:

5.) George Milare, Berlin
6.) Ludger Meinka, Eilendorf

Beste Dame wurde als Achte die immer ganz vorne spielende und schon vorqualifizierte Sandra Schmidt, Wittstock, mit 4,0 Pkt.; die zweitbeste Dame wurde mit gleicher Punktzahl Franka Müller-Glewe vom Hamburger SK.

 

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Sieger Gruppe E: Lars ter Stal

Sieger Gruppe E: Lars ter Stal

Gruppe E (1301 - 1500, 61 Spieler)

In dieser Turniergruppe hatten am Ende ganz viele Spieler vier Punkte - hier wurde um jeden Buchholzpunkt gekämpft! Bei den beiden Spielern auf Platz 3 musste sogar das Los entscheiden.

1.) Lars ter Stal, Nordhorn, 4,0 pt
2.) Harmut Kahle, Eystrup, 4,0 pt
3.) Pascal Besancon, Weida, 4,0 pt
3.) Yannick Steinkönig, Sondernheim, 4,0 pt
5.) Baran Yüksel, Bad Oldesloe, 4,0 pt
6.) Max Oberberg, Kiel, 4,0 pt

Beste Frau dieser Gruppe war mit gleicher Punktzahl wie der Erste Freja Svane, Lübek, 4,0 pt.

 

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Siegerin Gruppe D: Annika Denz

Siegerin Gruppe D: Annika Denz

Gruppe D (1501 - 1700, 120 Spieler)

In dieser größten Gruppe des Turniers war es ja nach der vierten Runde so, dass es vier (!!) Spieler gab, die 100% erspielt hatten, nämlich Michael M. Meyer, Annika Denz, Jan Erik Dreyer und Michael Dinse, denen nur die nun an Brett 3 gegeneinander spielenden Christoph Karow und Ralf Kreutz mit 3,5 Punkten auf den Hacken klebten. Aber wenn nun an Brett 1 + 2 jeweils kein Remis entstünde, verblieben dort zwei Spieler mit 4,0 pt und wenn Brett 3 vielleicht remisierte, wären es wieder zwei Spieler mit 4,0 pt und dann waren da 14 Spieler mit je 3,0 pt, von denen garantiert auch einige das Turnier mit 4,0 pt abschließen würden ... Voraussagen - und damit Turniertaktiken - sind bei derartigen Konstellationen nicht übermäßig sinnvoll. -

Am Ende gab es ein Quartett mit je 4,5 Punkten an der Spitze. Annika Denz, Neumühl, gelang der große Wurf, denn mit 4,5 Punkten wurde sie Erste dieser Gruppe und natürlich auch "Bestfrau". Sie war schon vorqualifiziert, spielt also in dieser Saison auf höchstem Niveau. (Hieß das früher nicht jenseits der Elbe gemeinhin "Weltnivöuh"?) Die Regeln sagen, dass in diesem Fall nicht auch die zweitbeste Dame ins Finale aufrückt.

Wer ist denn diese Schachfreundin Denz? Eigentlich sagt die knappe Notiz des Schachbezirks Ortenau schon genug: "Hier sind die Bezirksmeister, die sich für die Badische Meisterschaft im Januar 2016 qualifiziert haben: U14w, Rebecca Denz, SC Neumühl; U20w, Annika Denz, SC Neumühl." Sie ist also eine Badenerin oder Badenserin, wurde 1997 geboren - um das mit der U20 zu präzisieren -, hat ihr Rating stetig nach oben entwickelt, so dass jetzt Elo 1667 und DWZ 1630 verzeichnet sind (nach diesem Turnier wird es mehr!) und scheint sich bei der DSAM besonders wohl zu fühlen, denn ihre besten Ergebnisse erzielte sie in unseren Turnieren: Weiter so!

1.) Annika Denz, Neumühl, 4,5 pt
2.) Michael Dinse, Reinfeld, 4,5 pt
3.) Michael M. Meyer, SF Hamburg, 4,5 pt
4.) Jan Erik Dreyer, Barsinghausen, 4,5 pt
5.) Hüseyin Turp, Oberhausen, 4,0 pt
6.) Robin Gallasch, Porz, 4,0 pt
7.) Max Cornels, St.Pauli, 4,0 pt

 

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Sieger Gruppe C: Jon Englert

Sieger Gruppe C: Jon Englert

Gruppe C (1701 - 1900, 111 Spieler)

1.) Jon Englert, Großostheim, 4,5 pt
2.) Jeremy Hommer, Lüneburg, 4,5 pt
3.) Thomas Bertram, Bad Lausick, 4,5 pt
4.) Jakob Weihrauch, Hamburger SK, 4,0 pt
5.) Michael Domnick, Witzhelden, 4,0 pt
6.) Karl-Heinz Baatz, Friedrichshagen, 4,0 pt

Beste Dame war Inga Marx, Harksheide, mit schönen 3,5 Punkten.

Der Jon Englert ist gerade erst 13 Jahre jung, seine 1904 Elo und 1941 DWZ lassen auf weitere bretterne Heldentaten hoffen, die er zum Beispiel schon bei der (wollen wir mal protzen?) "European Union Youth Championship - U12" hinlegte, als er 2016 auf internationalem Parkett knorrige 5,5 aus 9 holte.

 

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Sieger Gruppe B: Artur Oganessjan

Sieger Gruppe B: A. Oganessjan

Gruppe B (1901 - 2100, 72 Spieler)

1.) Artur Oganessjan, Harksheide, 4,5 pt
2.) Hartmut Porth, Bargteheide, 4,0 pt
3.) Michael Schmitt, Blankenese / Hamburg, 4,0 pt
4.) Klaus-Günther Besenkamp, Schachel. Hamburg, 4,0 pt
5.) Birger Wenzel, Joh. Eppend. / Hamburg, 4,0 pt
6.) Ralf Schöngart, Buxtehude, 3,5 pt
7.) Joschka Marx, St.Pauli, 3,5 pt

Michael Schmitt war schon qualifiziert, so dass auch der 7.Platz ins Finale einzieht. Beste Dame und damit im Finale war Alice Meier vom Hamburger SK.

 

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Sieger Gruppe A: Derek Gaede

Sieger Gruppe A: Derek Gaede

Gruppe A (2101 - 2300, 34 Spieler)

1.) Der schon eingangs noch gar nicht genug gebauchpinselte

Derek Gaede vom Hamburger SK siegte mit 5,0 Punkten!

2.) Henrik Meyer, Harksheide, 3,5 pt

Die beiden nun folgenden Spieler auf Platz 3 waren buchholzgleich. Sie sind damit beide Dritte, nur der nicht teilbare Gewinn musste noch gelost bzw. gewürfelt werden und Caissa hielt zu dem Bremer, der als 27. ins Rennen ging und als Dritter wieder raus kam - ein schöner Erfolg.

3.) Frank Peters, Bremen, 3,5 pt
3.) Viktor Friesen, Herford, 3,5 pt

5.) Jens Wulf von Moers, Neumünster, 3,5 pt
6.) Bernd Wronn, St.Paul, 3,5 pt
7.) Uwe Rick, Lüneburg, 3,5 pt
8.) Raphael Rehberg, Brandenburg, 3,0 pt
9.) Thomas Kahlert, Norderstedt, 3,0 pt

Die Schachfreunde Friesen, Wronn und Rehberg hatten sich schon in vorigen Turnieren finalqualifiziert, so dass hier Platz 9 genügte, um im Juni im deutschen Schach-Mekka Niedernhausen bei Wiesbaden mitwirken zu können. WGM Barbara Hund war ebenfalls schon für das Finale qualifiziert.

Fotos der Siegerehrung

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