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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft
RAMADA Cup 6³   2015/2016

Qualifikationsturnier Brühl-Köln

5. bis 7. Februar 2016

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Spielort:

RAMADA Hotel Brühl-Köln

Ralf Mulde berichtet aus Brühl-Köln

Alaaf zum Matt in Brühl 2016

"Wo die Springer Pappnasen tragen", das ist die heitere Brühler DSAM-Alternative zu "Wenn die Gondeln Trauer tragen" (Regie: Nicolas Roeg, 1973). Das RAMADA-Hotel hatte sich wieder ganz auf den geradezu Ansturm der Schachfreundinnen und -freunde eingestellt und alle, alle kamen, um zwischen dem 5. und 7. Februar 2016 miteinander Schach zu spielen und dabei Spaß zu haben.

350 Spielerinnen und Spieler kamen, nämlich 316 Kerle und 34 Ladies - mithin 9,7% sind Damen im Turnier (und wenn man die freundlichen Damen vom Service und von der Rezeption als unverzichtbaren Turnier-Bestandteil auch noch mitrechnete, wäre es noch besser). Der Jüngste unter den Schach-Athleten ist ganz knapp der Kerpener ... nein, nicht DER ... es ist der 2007 geborene Max Pick, ein Teilnehmer, der schon oft dabei war. Hannah Ramien aus Porz ist ein paar Tage älter. Man sieht: Auch in diesen Jahrgängen ist bei den Damen das Alter wichtig. Der Nestor unter uns ist Gerhard Hund, Jahrgang 1932, der gestern hier seinen Geburtstag feierte, aber Dieter Krohn wurde nur knapp "überholt".

Aber zu uns gekommen waren auch die netten Mitstreiter, die das Turnier eröffneten. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich immer der Bürgermeister. Das Podium oder auch die Bütt teilten sich

Bürgermeister Dieter Freytag

Bürgermeister Dieter Freytag

Dieter Freytag – als Bürgermeister Brühl
Dr. Dirk Jordan – als Turnierdirektor der DSAM
Hugo Schulz – als zuständiger Referent des Deutschen Schachbundes
Ralf Niederhäuser – als Präsident des Schachverbandes NRW
Friedhelm Heuser – als Präsident des Schachklubs Brühl
Axel Weniger – vom Hotelmanagement

Der Bürgermeister Freytag zeigte sich in seinem schmissigen Grußwort gut informiert über die aktuelle Ranglisten-Situation "seines" SK Brühl: "nach mehr als der halben Spielzeit in der Regionalliga Mittelrhein ganz, ganz oben", freute sich über die vielen schachlichen Aktivitäten in Brühler Grundschulen und in den Schach-AGs der Älteren und machte natürlich auf jene Stellen und Attraktionen der Stadt aufmerksam, die man einfach gesehen haben muss, darunter das Max-Ernst-Museum.

Hugo Schulz verwies als Repräsentant des DSB noch einmal auf die Ursprünge der DSAM, die ja auch tatsächlich in Brühl startete. Zuerst waren es 125 Teilnehmer, weil es ja um das 125jährige Bestehen des Deutschen Schachbundes ging. Inzwischen sind es ein paar mehr geworden ... "Am Ende wird alles gut", machte er den Spielern Hoffnung. "Denn wenn es nicht gut wird, war es vielleicht noch nicht das Ende." Aber wir fangen doch sowieso gerade erst an ...

Die aus eigener Spielstärke bedingte Lieblings-Riege des Autors ist die F-Gruppe, die in Brühl mit 79 Strategen startete. Auffällig ist hier die Zahl der Spieler vom "Schachklub Sülz-Klettenberg", die allein schon in dieser Gruppe einen Achter (ohne Steuermann) bilden. Gruppe E wies 36 Wettkämpfer auf, es ist eben jedesmal anders. Gruppe D ist traditionell in jeder Hinsicht stark, diesmal mit 72 Mitstreitern.

Die Bezeichnung "Gruppe C" lässt einen irgendwie immer an Vitamine denken (a propos ...), aber es ist einfach die drittstärkste Gruppe mit 78 Spielern; ganz vorne hat "man" dann schon mal Elo 1899, in diesem Fall Tobias Niesel aus Porz. Ein paar Schritte weiter spielt die Gruppe B; 59 Spieler kämpfen hier um die Trophäen und vor allem ewigen Ruhm. Und 27 Interessenten für den ersten Platz gibt es in der diamantbesetzten A-Gruppe.

Passend zum Karneval gibt es e-Doping mittlerweile leider nicht nur im Schach (neuester Betrüger: Sergei Aslanov, Moskau Open 2016), sondern wohl auch im Radsport: Eine Fahrerin soll jüngst ihr Velo mit einem im Rahmen verborgenen und damit nicht sichtbarem Hilfsmotor ausgerüstet haben. Wie ist es denn zu bewerten, wenn jetzt ein Schachspieler mit so einem Dings zum Spielort radelt, also: hilfsmotor, dann aber "hilflos" spielt?
http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/doping/radsport-und-ploetzlich-gibt-es-e-doping-13620706.html

Das haben unsere Könner aber sowieso nicht nötig! In der A-Gruppe richteten sich die Blicke der flaggenwedelnden Schachfans vor allem auf diese Matadore: Georgi Tomov aus Bulgarien, der die Eloliste anführt, sowie Martin Molinaroli, Axel Stephan und Julian Grötzbach. Von der Familie Grötzbach aus Hamburg kommen übrigens Mutter Christine, Vater Jürgen und Julian zu uns (nein, die spielen nicht alle in der A-Gruppe); Julians Bruder Daniel zog es inzwischen in das Berufsleben, und das heißt: Nicht dauernd Urlaub.

Die Familienclans werden wieder von der Familie Hund angeführt, denn sie reist mit sehr netten fünf Personen an: Susanne van Kempen mit ihrem Gatten gehört ja qua Geburt zu dieser wohl für immer bekanntesten deutschen "Schachfamilie". https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Hund

Frederik Svane

Frederik Svane

Freja Svane

Freja Svane

Minna Svane

Minna Svane

Aus Lübeck reisen an: drei mal Svane, nämlich Mutter Minna mit den Zwillingen Freja und Frederik, Letzterer spielt inzwischen schon in der B-Gruppe. "Svane? Den Namen kenn' ich doch ... hatte etwas mit Schokolade zu tun ...", mag sich mancher sagen und hat ein wenig getroffen. IM Rasmus Svane gehörte zur Prinzenrolle ... nein, zur Schachprinzengruppe des DSB, ein erfolgreiches Programm zur Nachwuchsförderung. Mit seinem Rating weit jenseits der Zwofünf spielt er aber nun gezwungenermaßen andere Turniere als die DSAM.

Brühl im Rhein-Erft-Kreis übrigens hat 44.000 Einwohner (die meisten spielen Schach ...), erstreckt sich über eine gigantische Fläche von 36,12 qkm und wurde von den Römern als eine Art Vorort an der Straße zum gleichfalls römischen Colonia (Köln) gegründet, genaues Datum: unbekannt. Ist aber schon ein paar Donnerstage her.

Es gibt aber eine Alternative! Es geht auch anders! "Das andere Brühl" ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg mit rund 14.000 Einwohnern, die sich 10,19 qkm teilen (müssen) - auch hier: römische Straße, wohl schon ein paar Steine einer vorhandenen Siedlung, wupp!, Ort gegründet - Datum unbekannt. Und: Sie haben einen Schachclub: http://www.schachfreunde-bruehl.de/links.html.

Weiberfastnacht

In Brühl spielen wir immer unser Karneval-Turnier und so ist der gewöhnliche Anreisetag des Teams kein normaler Donnerstag (nach dem Germanen-Donnergott Donar bzw. Thor), sondern es ist die "Weiberfastnacht – auch Wieverfastelovend (Kölsch), ... genannt – markiert den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval am Donnerstag vor Aschermittwoch. Er wird in der alemannischen Fastnacht als Schmotziger Donnerstag bezeichnet." [Wikipedia]

Britta Havlicek beschrieb im vergangenen Jahr für den bundesweit beachteten Kölner Stadtanzeiger, dass es sich auch für den Brühler Bürgermeister gewiss nicht um einen normalen Donnerstag handelte: "Hunderte Jecken feierten den Rathaussturm in Brühl. Bürgermeister Dieter Freytag hat sich im Brühler Rathaus verschanzt - vergeblich. An Weiberfastnacht übernahmen die Jecken das Kommando..." Jetzt erst wird uns klar: Der Bürgermeister hatte bei uns gar nicht nur aus lauter Hingabe zum Schach sein tolles Grußwort am Freitag gehalten, sondern: Der Mann war auf der Flucht. Vor seiner jecken Bevölkerung. Und bei uns, ja, da findet er auch dieses Jahr wieder sicheren Unterschlupf. Zwischen a1 und h8, da bisse süscher.

Turniersaal in Brühl

Donnerstag ist für das DSAM-Team gewöhnlich der Anreisetag, denn die Spieler können sich an diesem Tag ja schon einchecken, Startgeld zahlen, nicht zuletzt auch ganz entspannt "'n Mundvoll schnacken" und im Saal werden die Bretter aufgebaut, die Partiezettel und Kulis ausgelegt und millimeterexakt ausgerichtet, die Musikanlage wird überprüft, im Büro werden die Computer aufgebaut und mit dem Netz verbunden. Sollte jemand nur die Füße hochlegen wollen, muss er einen Tag vorher kommen, denn hier wird stramm und mit klar festgelegtem Plan gearbeitet. Furchtbar, so was.

Freitag geht's grässlich früh los (zum Glück leiden einige im Team unter seniler ... äh ... hingebungsvoller Bettflucht), vor dem Einchecken der meisten Spieler wird gemeinsam gefrühstückt. Krawatten richten, schwarze Anzüge glatt ziehen, es geht los. Stopp! Noch eine Tasse Kaffee, das muss sein. Wieder hat jede und jeder seine klaren Aufgaben. Während die Spieler nun möglichst wirr durch das Entree wuseln, sich gegenseitig begrüßen (und dadurch die Gänge unpassierbar machen, aber das ist nun mal so), TD Doc Jordan als ruhender Pol allerseits grüßt, Tipps gibt, letzte Details bestim... vorschlägt, haben die Schiedsrichter mit der Spieler-Erfassung und der Gruppen-Auslosung (hier vor allem Frank Jäger) einen strammen Stress-Job, der sich am letzten Turniertag mit der Feststellung der Sieger wiederholen wird.

Weil die Anmeldung so pünktlich wie angekündigt geschlossen wurde, konnte gegen 10:30 Uhr nun einer genau passend in den Turniersaal sausen, gerade während TD Dr. Jordan seine allerletzten eröffnenden Worte spricht und im Turnierbüro nunmehr die zu spät Gekommenen für die zweite Runde nachgepflegt werden. Ausnahmen? Sehr, sehr wenige. Irgendwann saß "das halbe Turnier" noch auf der Straße, bei Überflutungen oder Glatteis, so etwas in dieser Richtung, da bot sich eine Verzögerung um 15 Minuten an. Dass man sich im Team noch immer daran erinnert, unterstreicht, wie groß diese Ausnahme war. Aber, huch ... Schon geht's los! Viel Spaß! Alaaf!

Ja, wen haben wir denn da?

Axel Stephan wurde 1975 geboren, spielt für den glorreichen SC Diogenes in Hamburg, beeindruckt so manchen Gegner unter seiner aktuellen Elo 2239 und steht genau deshalb auf Platz drei der Turnier-Setzliste. Sein schachliches Jagdrevier ist die Oberliga Nord, aber auch bei Open mit großem Namen (und Freizeitwert!) war er zugange, San Bernardino, Luzern, Schwarzach, London Classic (spielen da nicht auch Kramnik, Carlssen, Staunton, ...?) - - - klar, da kommen mindestens noch Petersburg, Dresden, Moskau, Chicago und natürlich das St.-Pauli Open!

Martin Molinaroli

Martin Molinaroli

Martin Molinaroli vom SK Münster, Elo 2265, geboren 1966, spielte schon einige DSAM-Turniere, war immer ganz weit vorne gesetzt ("Sie werden platziert, meine Herrschaften" kennt man noch aus alten Restaurants) und auch diesmal auf Startplatz 2 der ZDF-Hitparade (darf aber wiedergewählt werden). Am schönsten fand ich im Iserlohner Kreisanzeiger, schon vom 24. Oktober 2010: "Hemer. Martin Molinaroli ist neuer NRW-Meister. Eine Woche lang haben 16 Männer und 2 Frauen im Brombeerzimmer um den Titel des NRW-Schachmeisters gekämpft. Nach neun Runden konnte Martin Molinaroli aus Münster den Wettstreit schließlich für sich entscheiden. (Gut, konnte er. Hat er dann auch?) Am Samstag nahm der neue NRW-Schachmeister den Pokal entgegen."

Was willst Du da noch machen? Bei "Pokal" konnten wir nach mithalten, aber bei "Brombeerzimmer" mussten wir passen. Aber im Kreisanzeiger ging es noch weiter: "Seit seinem fünften Lebensjahr spielt Molinaroli bereits Schach, über einen Freund hat er seine Liebe zu dem Denksport entdeckt. Der 43-Jährige, der Mitglied des Schachclubs Münster 32 ist, konnte bereits 1995 die Deutsche Pokalmeisterschaft sowie 2009 die Europäische Betriebssportmeisterschaft in Kroatien für sich entscheiden."

Hey! Es gibt eine Europa-Betri... und das in Kroatien??? Mal ehrlich: Nie gehört. Immer wieder wird klar, dass man ja von vielen Dingen viel zu wenig schwarz, äh: weiß. Moment! Das mit dem Brombeerzimmer hat uns nicht ruhen lassen. Befragt man die Internet-Maschinen, kommt eine Pension in Schwarzbayern mit einem solchen Raum ins Spiel und eine in Scharbeutz, also genau die andere Richtung; die haben dann auch gleich Zimmer mit verführerischen Namen wie "Badekarren", "Aalräuse", aber auch "Clematiszimmer" im Angebot.

Ich seh' schon, das wird hier wie früher bei "Derrick": Man tappert im Dunkeln. Das mit den Brombeeren könnte dann aber doch eine Verbindung zu diesem Satz haben: "Vom 16. bis 23. Oktober 2010 fanden die nordrhein-westfälischen Schach-Einzelmeisterschaften auf dem LGS-Gelände statt, an der 16 Männer und zwei Frauen teilnahmen. Martin Molinaroli gewann das Turnier und qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften." Der Satz stammt nämlich aus einem Wikipedia-Beitrag über die Landesgartenschau LGS, Hemer 2010. https://de.wikipedia.org/wiki/Landesgartenschau_Hemer_2010

Entweder ist unser Mann aus Münster nebenher für den Dartportverband, für die BSG Provinzial oder für die "Gaststätte Münsterblick" tätig, vielleicht auch zugleich für alle drei, man sehe: http://bsg-provinzial.de/sport/dart/

Sogar auf Juhtjuhb kann man ihn sehen, den Martin Molinaroli. Ohne Blumen, dafür mit Mütze. Vermutlich hat's im Saal durchgeregnet. Das war dann vielleicht Grund für den Partieverlust. Am ersten Zug kann es ja einfach nicht gelegen haben. https://www.youtube.com/watch?v=upTa6OBmPMQ

Turnierpersonal

Ingrid & Hugo Schulz

Ingrid & Hugo Schulz

Im Karneval kann man ja leicht mal durcheinanderkommen und gegenüber unserem an allen Ecken und Enden hilfreichen DSAM-Team auch. Dass man also den Breitenschach-Referenten des DSB und zugleich langjährigen FIDE / Schachbundesliga-Referee Hugo Schulz dafür lobt, dass er sich ja "richtig wie ein Schiedsrichter verkleidet" hab, ist wohl nur in Brühl möglich. Und in der selben Stunde wurde seine Frau Ingrid Schulz, Fotografin des Teams, im Restaurant gefragt: "Haben Sie noch mal einen Tisch für zwei Personen?" War aber gerade keiner frei. Natürlich hat keiner der beiden Schulzens irgendwem etwas "krumm genommen", um das noch einmal zu sagen, sondern beide genossen den heute tollen Erfolg ihrer Verkleidungen.

Damenopfer: Immer her damit!

Äußerst dankbar kopieren wir eine Textstelle aus dem "Schach-Ticker", die unserem Turnier, oder eigentlich - die Dir gilt. Ja, genau. Dir. Du da vor dem Bildschirm. Ah, ich sehe, Du lächelst; weiter so, das sieht gut aus.

"Ob es in Brühl auch so ein schönes Finale mit Damenopfer geben wird? Nun, das Schach-Ticker-Team zeigt sich spendabel. Wem so eine taktische Meisterleistung beim fünften DSAM-Qualifikationsturnier ... gelingt, in der die „Madame“ eine „Heldentat“ vollbringt, kann die Notation dieser Partie bitte per E-Mail an raymund.stolze@t-online.de senden und darf dann sogar auf einen Buchpreis als Motivation hoffen. Also, dann opfern Sie einmal schön die Dame!" - - Soso, der Ticker siezt seine Leser. Nun gut, die DSAM-Macher tragen ja auch alle schnieke Anzüge, das passt gut zusammen. Und doch weiß jeder: Wir alle sind Sportfreunde. Gleichauf. Du und ich. Im Matt sind wir alle gleich.

Dass Damen im Schach eigentlich nur auf, nicht aber am Brett etwas zu suchen hatten, war eigentlich schon in den Tagen von Vera Menchik und erst recht der großartigen Sonja Graf Stevenson passé. Inzwischen sind wir zum Glück auf dem umgekehrten Weg: Die Damen drängen nach vorne. Man kann sie ja nicht alle einfach wegheiraten (herzlichen Glückwunsch!), wie es unlängst mit Melanie Lubbe geschah, die den Älteren noch als Melanie Ohme bekannt ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Melanie_Lubbe

Noch gar nicht heiratsfähig, aber bärenstark (und als 12jährige noch sooooo süüüüüß ...) ist die Kasachin Zhansaya Abdumalik. Zugegeben: Ich bin Fan.

Teodora Rogozenco

Teodora Rogozenco

Abdumalik Zhansaya, Quelle: Wikipedia

Zhansaya Abdumalik

Ein tolles Interview führte der "Schachwelt" - Autor "Krennwurzn" mit der damals 13jährigen: "Ernsthaft mit Schach habe ich im Alter von 6 Jahren begonnen, dann kamen schnell Erfolge, ich wurde viermal Mädchenweltmeisterin in verschiedenen Altersklassen und heuer (hat sie wirklich "heuer" gesagt?) im November in der Türkei wurde ich Vizeweltmeisterin bei der U20 WM der Damen ... Zuerst möchte ich Damenweltmeisterin werden und dann möchte ich meinem Vorbild Judith Polgar nacheifern und in die allgemeine Weltspitze vordringen" http://www.schach-welt.de/BLOG/Blog/InterviewmitWIMZhansayaAbdumalik

Ob wir die junge Dame zum Beispiel mit Annmarie Mütsch, mit Teodora Rogozenco, mit Franziska Beltz, mit Sarah Hund oder ... naja, mit wem auch immer vergleichen dürfen, die allesamt in der DSAM bewunderte Erfolge erzielten und oft doch nicht (viel) älter als Zhansaya "sooooo süüüüüß" Abdumalik waren? Vermutlich wird es bei den meisten nicht gleich zur U20 - Vizeweltmeisterin reichen, aber die DSAM könnte ein Sprungbrett in den Schachsport an sich sein, für jene, die "einfach mal so mitmachen" wollten und dann Spaß an der Sache hatten, für jene also, die dann irgendwann in ihrem Schachverein auf eine langjährige Mitgliedschaft blicken und "weißt Du noch, bei der DSAM ..." sagen mögen. Das zumindest ist (auch) der Sinn dieser Turnierserie.

Jetzt aber erstmal: Her mit den Damenopfern!

Erstaunlich

Christian Friedrich Köhler vom Godesberger Schachklub 1929 gelang schon in der ersten Runde Außerordentliches, als er nämlich FM Georgi Tomov, Bulgarien, gleich zum Turnierauftakt besiegte. Nun ist Godesberg bekanntlich Teil von Bonn und das ist ja "gleich ums Eck", so dass Schachfreund Köhler also morgens flott und frisch, zu Fuß oder doch per Fahrrad an den Ort der Tat, ans Brett gelangt. Allerdings weist die Elo 2129 (DWZ 2133) des 1991 Geborenen darauf hin: Der kann was. Hat er jetzt ja auch bewiesen.

Gelegentlich hilft unser Schachfreund, der erfreulich oft die DSAM besucht (schon klar: Gleich ums Eck ...), sogar in der Zweiten Bundesliga aus, ist aber gewöhnlich eher in der Regionalliga am Zug. Die vergangene Saison lief für ihn bombastisch, in der jetzt laufenden lässt er es, so scheint's, auch mal etwas ruhiger angehen. In der DSAM startete er mit 1,5 aus 2 und spielt jetzt, während andere frühstücken, mit den Figuren der Finsternis gegen Axel Stephan.

Wolfgang Petri

Wolfgang Petri

In der gewiss nicht leichten B-Gruppe schlichen sich gleich vier Spieler auf Panthertatzen nach vorne, die man dort nicht erwartet hatte, nämlich Wolfgang Petri, Stefan Raabe, Jürgen Kleinert und Hans Schwarz. Der hat jetzt aber Weiß und zwar gegen den an 15 gesetzten Thomas Hirschinger. Sie alle haben zwei aus zwei geholt. - - Leute, das wird noch spannend!

In der C-Gruppe wurde Tobias Niesel allen Erwartungen gerecht, die man an einen Setzlisten-Ersten stellen darf, denn mehr als 100% geht nun mal nicht, sieht man einmal von der auch im Schach ungemein wichtigen Haltungsnote ab. Allerdings gibt es diese Erfolgreichen eingangs der dritten Runde noch im rauen Dutzend, denn gerade so vielen gelang die volle Punktausbeute in der C-Gruppe. Kenner des Schweizer Systems aber wissen: Nach oben hin wird's rasch dünner.

Zehn sind es in der D-Gruppe, die mit noch weißer Weste am Brett sitzen, sieht man vielleicht von möglichen Unfällen beim Frühstück ab. Yavuz Akcapinar bildete am ersten Brett gegen Annika Denz sozusagen den optischen Ankerpunkt. Gefreut haben wir uns auch über Esther ter Stal, die in dieser Gruppe zwei aus zwei erzielte und so noch mehr gemeinsam hatte mit Danja Yvonne ter Stal, der das gleiche Kunststück in der F-Gruppe glückte. Ihre völlig entspannte Haltung, die Ingrid Schulz meisterhaft einfing, deutet vielleicht auf eine gelungene Partie hin. Wer von den beiden am Ende wohl "vorne" liegen wird? Lisa-Marie Möller vom "Blauen Springer Paderborn" (was für ein Name! Erinnert so an die Blauen Schlümpfe, Blauer Reiter, Blaue Strümpfe, ...) hat hingegen mit ihren 1,5 aus 2 gar keinen Grund, so entsetzt auf das Brett zu schauen - oder interpretieren wir das falsch?

Weihnachtsmann gegen Osterhase

Weihnachtsmann gegen Osterhase

In der gar nicht mal übergroßen E-Gruppe sind es fünf Spieler, die am frühen Sonnabend noch mit 100% durch die Gänge stolzieren durften. Das bleibt aber nun mal nicht so ... Schauen wir also zu, ob zum Beispiel Borna Mohammadi Nia oder Ulas Annak weiter wie bisher auftrumpfen können!

In der F-Gruppe sind es vierzehn (!!) Teilnehmer, die den optimalen Turnierstart hinlegten - - wie macht Ihr das? Wir warten einfach noch ein wenig ab, bis sich der Pulverrauch verzogen hat und berichten dann wieder.

Keinesfalls vorbei kamen wir aber an der sensationellen Paarung Weihnachtsmann gegen Osterhase, die sich zufällig (ehrlich!) ergab. Hoffen wir also, dass der Weihnachtsmann keine Eier legt.

Nun wird's feierlich - dankeschön an Euch!

Feste müssen feste gefeiert werden wie sie fallen. Also anfallen.

In der DSAM ist es zauberhafte Tradition, den "Jubilaren" ein kleines Zeichen unseres Dankes an die Brust zu heften, wahlweise auch anderswo. Für zehnmaliges Teilnehmen gibt es dafür den Bronzenen Springer, für fünfundzwanzig den Silbernen Springer, für fünfzig den Goldenen und für hundert ... gibt es noch nichts Passendes. Hat noch keiner erreicht.

Die Vorschläge erstrecken sich momentan zwischen "Grünes Huhn" und "Blauer Bauer" (die Paderborner sind da eine tolle Anregung!) oder "Platinierter Turm". Das wäre aber wegen des "Silbernen Turms", der den Dähnepokal-Meister auszeichnet, leicht zu verwäxln. - Egal! Wir freuen uns über das, was wir haben und mit denen, die wir sehen und danken herzlich

Rolf Strack, Schachklub Kerpen 64, in der D-Gruppe mit dem Silberspringer für fünfundzwanzig Teilnahmen - dankeschön!

Zum zehnten Mal dabei sind die folgenden 15 Schachfreunde, die dafür soeben einen jecken Silberspringer ans Kostüm gepappt bekamen:

10er Jubilare

10er Jubilare

Auf geht's! Den Goldenen Springer schafft Ihr auch noch!

Und die Entscheidung fiel am Rhein

Wie betiteln wir denn jetzt die letzte Runde? In der F-Gruppe vielleicht "Duell in der Sonne" ... nein, geht nicht, kriegen wir erst im Sommer wieder rein. "Django spricht das Nachtgebet" ... geht auch nicht, wir spielen ja morgens. "Gnade spricht Gott - Amen mein Colt" ... nein, bevor das hier noch schlimmer wird: Zwei Spieler haben in der F-Gruppe bisher ALLES gewonnen, was den Gedanken nahe legt, dass sie bisher noch nicht gegeneinander gespielt haben.

"Dann wird's aber Zeit", mag sich Pairing-Officer Frank Jäger gedacht haben und so blickt nun die Welt des Schachs auf die Begegnung von Jean-Pierre Fuß mit Robert Nietsch, die an Brett 1 präsentiert wird. In dieser Gruppe sind erfreulich viele Damen am Zug, viele von ihnen auch sehr gut; Anja Noever, Victoria Wagner, Anja Braun, Danja Yvonne ter Stal, Antje-Christine Krüger und Gudrun Jakob, also sechs Funkenmariechen haben in der F "drei aus vier" erspielt und sind nun an den Brettern 3 bis zur Nummer 7 zu sehen.

+ + +

Weil in der Gruppe E der unerwartete Höhenflug von "Ikarus" Christian Feidel in der vierten Runde vom Aachener André Maaß unterbrochen wurde, haben wir jetzt drei Spieler mit 3,5 Punkten ganz "vornewech", nämlich eben André Maaß und mit gleichem Punktestand Ulas Annak, Brühl und Borna Mohammadi Nia, wieder aus Aachen. Christian Feidel aus Waldshut-Tiengen führt das Quartett der Wettkämpfer mit je 3,0 Punkten an. Durch irgendeinen Zufall sind in dieser Gruppe recht wenige Damen aktiv und die entwickelten dann auch noch eine Art "Ladehemmung" - aber Vorsicht, meine Herren, die Messen sind noch lange nicht gelesen!

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Gruppe D. - Unser Schachfreund Rene Kellner kam den weiten Weg aus Potsdam ganz gewiss nicht umsonst, womit nicht die Fahrkosten gemeint sind - nein, bei ihm steckte ein Plan dahinter. Und wenn der lautete, einfach mal 100% aus den ersten vier Runden in der Gruppe D zu holen, dann ... ist sein Plan voll aufgegangen! Zur Strafe sitzt er jetzt an Brett 1 - aber nicht allein, denn Dr. Manfred Heuser leistet ihm mit 3,0 Punkten ... nein, nicht Gesellschaft. Der leistet Widerstand. Das macht er.

"Die weitere Partie entzieht sich der Kommentierung", liest man manchmal erschüttert. Hier ist das mit Tabelle auch so. Hinter dem einen mit vier Punkten sitzen sie bis zum Platz SIEBZEHN mit 3,0 Punkten, darunter auch Esther ter Stal, Rebecca Browning, Annika Denz und Eva Maria Titgemeyer. Hier zumindest ist die Welt noch in Ordnung, denn Mutter ter Stal spielt in der Gruppe D und die gewiss hübsche Tochter ter Stal in Gruppe F. Wie lange das wohl noch so bleiben wird?

+ + +

In Gruppe C haben wir eine ähnliche Situation wie in Gruppe F: Zwei Spieler haben eingangs der letzten Runde noch immer 100% und sitzen sich jetzt gegenüber, offenbar macht es die Farbverteilung möglich. Es handelt sich hier um die Sportfreunde Tobias Niesel und Manfred Berner, die sozusagen das Rennen von vorne bestreiten. An Brett 2 wird Mark Saßmannshausen als Bester der 3,0-Punkter versuchen, mit Weiß gegen Dieter Wernard zu siegen, der an 20 gesetzt war, dort aber einfach nicht blieb und nun mit tollen 3,5 Punkten fast an der Spitze des Turniers arbeitet. - Beste Damen sind in dieser Gruppe Astrid Fröhlich-Drill, 3,0 Punkten und Heidi Kuschel mit 2,0 Punkten.

+ + +

Die Gruppe B kämpfte am Sonnabend am längsten; sehr löblich, denn so ist das eben, wenn man Schach ernsthaft betreibt. (Die Schiedsrichter mit dem knurrenden Magen sehen das gelegentlich anders, aber: Da muss man durch!) Ludwig Czech und Jonas Feldheim spielen in der finalen Runde am Sonntag (nix mit Frühschoppen) an Brett 1, weil sie als einzige 3,5 aus vier geschafft haben. Gleich dahinter sind mit je 3,0 Punkten die Herren Michael Keuchen, Nils Heinichen, Wolfgang Petri, der eben noch führende Martin Iseringhausen, Hans Schwarz, Oliver Bachem, Robert Siemes, Thomas Hirschinger, Hans-Jürgen Nägele und Dr. Ralf Spreemann aktiv, also zehn schwere Jungs auf Qualikurs.

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Gruppe A sieht einen überragenden Martin Molinaroli; der Münsteraner hat hier bisher mit 4,0 Punkten durchgezogen. Hinter ihm kommt in der Tabelle erst mal gar nichts und dann mit 3,0 Punkten als Zweiter bis Vierter Axel Stephan, Sascha Mohaupt und Dr. Frank Hoffmeister. Aber erstens ist hier noch gar keine Entscheidung gefallen und zweitens reicht ja für die Final-Qualifikation ein Rang unter den ersten Sechs und drittens mögen sich einige der momentan vorne Stehenden ... Sitzenden ... bereits anderswo "für Halle" qualifidingst haben, so dass es Nachrücker gäbe.

Ende des Turniers: Ihr jubelt - und wir danken Euch

Jedem Anfang wohnt auch der Zauber des Endes inne ... Moment, das hatte der Hermann irgendwie anders gesagt. Jedenfalls, hier im Turniersaal nehmen die anfänglichen Dinge nun ihr Ende auf den Brettern, die manchem die Welt bedeuten.

Und weil Hermann Hesse in "Stufen" 1941 eines der schönsten Gedichte deutscher Sprache gelang, hier die oben angespielte Stelle:

"Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."

Halt! Es geht hier bei uns nach wie vor nur um Schach, trotz Karneval nicht um die berühmten letzten Dinge, man möge beruhigt sein. Also, die Gewinner sind:

 

F-Gruppe

Sieger F-Gruppe: Jean-Perre Fuß

Gruppe F: Jean-Perre Fuß

Hier fiel die Entscheidung um den Spatzen... Spitzenplatz von allen am frühesten, denn schon um 09:30 h hörten wir: "Jean-Pierre Fuß gewinnt kampflos, Gegner hat sich abgemeldet." Wir gratulieren also dem Sieger, der nun mit 100% über die Ziellinie geschossen ist!

"De Schäng" ist nicht nur im Schach gut unterwegs: "24 Starter im Trikot des TV Menden, 24 Finisher im Ziel, keinen Sturz und 24 Tüten Gummibärchen .. das passte. Sieger seiner AK wurden Jean Pierre Fuß, der ein sehr beherztes Rennen lief und bei seinem ersten Wettkampf direkt siegte", schrieb der TV Menden über seinen Lauf-Wettkampf in Spich am 27.6.2015. http://www.tv-menden.de/leichtathletik.htm

Nun hofft der Schach-Texter nur, dass unser Sportfreund nicht so flott unterwegs war, dass Fotografin Ingrid Schulz womöglich noch gar kein Bild von ihm erhaschen konnte. Dann aber vielleicht im Nachsetzen, auf der Flucht durch die Hotelflure ... Weg mit diesem Quatsch. Nach dem ohnehin schon Führenden war doch eine ganze Kompanie mit 3,0 Punkten auf der Lauer, darunter hunderte Frauen. Wie ging's also weiter?

Die Plätze 2-8 wiesen am Ende jeweils hübsch gleiche 4,0 Punkte auf. Anja Noever, Rheydt, wurde beste Frau und Zweite. Zwischen Jürgen Braun, Marburg, und Alexander Geitner, Brühl, kam es bei der Entscheidung um Platz 3 und 4 zur DSAM-Weltpremiere: Bei Plätzen mit völlig gleicher Punktzahl, Feinwertung und wer weiß was noch Gleichem wird nicht mehr mit Münzen geworfen, sondern Schach ist jetzt doch mit Würfeln! Man kann das Ergebnis im Publikum so einfach viel besser sehen und das Ding irgendwo im Saal wieder aufzufinden, ist auch viel einfacher als vorher mit den 7-Euro-Münzen.

Marc Dressler, Oberkochen / Aalen und Alexander Ansari, Sülz-Klettenberg, belegten in dieser Reihenfolge Platz 5 und 6. Die weit gereiste Victoria Wagner, Erfurt, hatte sich schon vorab qualifiziert - umso beachtenswerter, dass sie dennoch mit uns zusammen in Brühl spielte. Sie wurde Siebte.

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E-Gruppe

Ulas Annak, Brühler Schachklub 1920 - einer aus "der" Stadt wird Erster! Mit umwerfenden 4,5 Punkten trotzte er Wind, Gegnern und Karneval, setzte den anderen "de Pappnas uff" und schoss mit einem halben Punkt Vorsprung durchs Ziel: Erster. Ein Aachener wurde Zweiter, nämlich Borna Mohammadi Nia, 4,0 Punkte. Diesen beiden folgten nun viiiiiiiele mit 3,5 Punkten, die besten waren in der Reihenfolge: Dritter Jonas Gallasch, Porz, Vierter André Maaß, wiederum Aachen, Fünfter Heinz Esser, Hürth-Berrenra, Sechster Hans-Peter Frienen, SK Brühl und beste Frau wurde Simone Steppuhn, wiederum Brühl.

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D-Gruppe

Sieger D-Gruppe: Rene Kellner

Gruppe D: Rene Kellner

Rene Kellner ging schon mit glatten 4,0 Punkten in die letzte Runde und schaffte am Ende den D U R C H M A R S C H - tolle 100%! Herzlichen Glückwunsch! Überraschenderweise war damit auch zugleich der erste Platz verbunden.

Natürlich schauten wir rechtzeitig nach Informationen. Also: "Rene Kellner ist ein Fußballspieler (Torwart), der beim Verein TuSEM Essen 1926 II in der Kreisliga B spielt. Bilanz: 10 Einsätze, 0 Tore ..." Das wäre eine hübsche Information gewesen, wenn wir nicht ein Foto des Schachkämpfers hätten, das nun leider völlig anders ausschaut als das des Torwarts. Und überhaupt, Kreisliga, zweite Mampfschaft ... Es gibt also vermutlich zwei Sportler gleichen Namens. "Poduktmanagement und Einkauf" ... "Angestellter bei Louis Dreyfus Commodities" ... wer weiß, welcher Rene Kellner das nun ist? Vielleicht ein dritter?

Unser 1978 geborener Schachspieler jedenfalls zieht seine Kreise eher im Osten der Republik, mit dem Kurt-Richter-Gedenkturnier in Berlin, im gleichen Jahr 2015 neben noch anderen Turnieren die Czech und Sommer-Open Prag, Frankfurt (Oder), Falkensee, Erfurt, DSAM Magdeburg und ansonsten Regionalliga LSBB 2014/15 - der ist wirklich viel unterwegs! Das Schach insgesamt lebt von so aktiven Amateuren. Und diese große Übung am Brett ergibt dann eben einen imponierenden Brühler Start-Ziel-Sieg in der DSAM (D).

Yavuz Akcapinar von der "Rochade Steele/Kray 1919/38" machte es weniger kompliziert als es diese Namen vermuten lassen: Bester mit 4,0 Punkten, zweiter Platz, gut gespielt. Bis zum achten Rang gehen die Spieler mit 4,0 Zählern, aber alle feingewertet gut getrennt. Dritte und damit zugleich beste Frau der Gruppe wurde Rebecca Browning, "Märkischer Springer Halver-Schal" (ein Turnier der langen Namen), Vierte wurde wieder eine Dame, nämlich Annika Denz, SC Neumühl, als Fünfter kam Fabian Meißner, SG Ludwigsburg 1919, über die feingewertete Ziellinie der D-Gruppe und der ebenfalls noch finalqualifizierende sechste Rang ging an Ralf Maurer, Verein: Deutschland, also noch gar kein Club - sprecht ihn an...!

Eine kleine persönliche Anmerkung des Texters: Ich freue mich sehr, in unseren Turnieren Spieler wie Noah Paquay, Gregory Yon, Artur Yeritsyan, Rebecca Browning und eben auch Yavuz Akcapinar zu sehen, deren Namen allein schon in dieser Gruppe signalisieren, dass Sport uns alle eint. Die Zeiten, in denen man nur Müller & Lehmann in den Vereinen traf, sind überall vorbei. Die Schachbretter verbinden und sie trennen uns nicht.

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C-Gruppe

Wir zitieren FIDE-Schiedsrichter Hugo Schulz: "Hallo lieber Ralf, in der C-Gruppe gab es einen Entscheidungskampf am ersten Brett. Tobias Niesel unterlag Manfred Berner, der ein starkes Läuferpaar sein eigen nannte. Jetzt hat Manfred Berner 5 aus 5. Anbei die Mitschrift des kiebitzenden Schiedsrichters ... "

FÜNF aus fünf!!! 100% Damit hat Manfred Berner ganz klar auf das gesamte Turnier bezogen den Vogel abgeschossen. Eine tolle Leistung. Der gute alte Stonewall kam zum Einsatz:

"Ein voller Zähler Vorsprung auf die Verfolger sind im Schach Welten", wie der große Schachjournalist Hartmut Metz gerade treffend beim Schachticker über Weltmeister Carlsen bemerkte.

[Event "DSAM C-Gruppe"]
[Site "Bruehl"]
[Date "2016.02.07"]
[Round "5.1"]
[White "Niesel, Tobias"]
[Black "Berner, Manfred"]
[Whiteelo "1974"]
[Blackelo "1787"]
[Result "0-1"]
[ECO "A04"]
[Opening "Réti (plus KIA, English, Dutch)"]

1.Nf3 e6 2.g3 f5 3.Bg2 Nf6 4.c4 d5 5.O-O Be7 6.Qc2 O-O 7.d3 c6 8.Nc3 d4 9.Nd1 c5 10.e3 Nc6 11.exd4 Nxd4 12.Nxd4 Qxd4 13.Be3 Qd6 14.Nc3 Ng4 15.Rad1 Nxe3 16.fxe3 Bf6 17.Ne2 Qe5 18.e4 Qxb2 19.Qxb2 Bxb2 20.Rb1 Bf6 21.exf5 Rb8 22.fxe6 Bxe6 23.Bxb7 Rfd8 24.Nf4 Bf5 25.Rfd1 g5 26.Nd5 Bd4+ 27.Kh1 Bg4 28.Rf1 Be2 29.Ne7+ Kh8 30.Rf7 Bxd3 31.Rb3 Bxc4 32.Nc6 Bxf7 0-1

Im hessischen Kelkheim ist der 1948 geborene Manfred Berner engagiert am Brett, in der Landesklasse Süd sechs aus acht, eine Saison später dann weniger ausragend - und jetzt der phantastische 100%-Erfolg in der DSAM! Dieses Auf und Ab ist für Amateure mit all deren beruflichen und familiären Belastungen völlig normal, und ein solcher dann einsetzender Erfolg ist einfach umso schöner.

Harald Hiby, Dormagen, spielte mit 4,5 Punkten ein herausragendes Turnier und krönte seine Leistung mit dem zweiten Platz dieser Gruppe. Hinter ihm reihte sich eine lange Schlange von Spielern, nein, diesmal nicht zum Essenfassen, sondern alle mit 3,5 Punkten, in der Platzfolge: Dritter Karl-Heinz Gerighausen, Ibbenbüren, als Vierter der schon durch ein anderes Turnier für das Finale qualifizierte Tobias Niesel, Porz (also Köln, sozusagen gleich gegenüber), Fünfter Mark Saßmannshausen, Gladenbach und Sechster Dieter Bauer, Kornwestheim. Beste Frau der Gruppe war Astrid Fröhlich-Dill, Hofheim, die also auch zum Finale fahren kann.

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B-Gruppe

Sieger B-Gruppe: Jonas Feldheim

Gruppe B: Jonas Feldheim

Wer in der schweren B-Gruppe mit 4,5 Punkten durch das Turnier tänzelt, als sei das gar nichts, der wird wohl etwas können! Jonas Feldheim, Stetten, distanzierte auf diese Weise die Konkurrenz um einen halben Punkt und wurde überzeugend Erster. Die drei nachfolgenden Spieler kamen jeweils auf 4,0 Punkte und reihten sich wie folgt: Zweiter Nils Heinichen, Würselen bei Aachen, Dritter Robert Siemes, Ratingen bei Ratingen, Vierter Thomas Hirschinger, Landau und als beste der Spieler mit 3,5 Zählern Fünfter Wolfgang Petri, Hellertal, Sechster Dr. Ralf Spreemann, Mendig, und als auch finalqualifizierter Siebter Hans-Jürgen Nägele, Schwaikheim; der Robert Siemes hatte sich schon anderswo infi... qualifiziert. Beste Frau dieser Gruppe wurde die Freiburgerin Sarah Hund.

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A-Gruppe

Hier gab es nicht übertrieben früh, aber eben auch nicht gerade spät ein Remis am ersten Brett zwischen Axel Stephan, der bis dato 3,0 Punkte hatte und Martin Molinaroli, der schon ein 4,0 Punkte-Guthaben aufwies und nun mit dem Remis und 4,5 Punkten sicherer Sieger der A-Gruppe war. Wie klar der an 2 gesetzte Münsteraner Martin Molinaroli (DWZ 2211, Elo 2265) in dieser stärksten Riege der DSAM agierte, war schon erstaunlich: Chapeau! 1966 ward er geboren, war 2011 mit 3,5 aus 9 keinesfalls erfolglos bei der Deutschen Einzel dabei, 2013 sehr gute 6,5 aus 9 in der NRW-Liga, danach eine etwas verhaltenere Phase in Team-Wettbewerben, jetzt aber wohl wieder mit dem Aufwind der DSAM Angriff auch für seine Münster-Team.

Zweiter und damit Bester der bis zum sechsten Platz reichenden Gruppe derer, die das Turnier mit 3,5 Punkten abschlossen, war Axel Stephan, Diogenes Hamburg. Der "nur" an 7 gesetzte Düsseldorfer Markus Reinke drängte sich nach vorne und wurde Dritter, gefolgt von Sascha Mohaupt, Wermelskirchen, der Vierter wurde. Ebenfalls 3,5 Punkte und den Fünften "machte" Dr. Frank Hoffmeister, Eppstein und der an 1 gesetzte FM Georgi Tomov, Bulgarien, musste eine Schluss-Offensive im Turnier starten, um noch Sechster zu werden; es kann eben nicht immer perfekt laufen ... sagen sich andere auch. Eine für das Finale qualifizierte Frau gibt es in dieser Gruppe nicht, denn das hatte WGM für sich schon längst in einem vorigen Turnier erledigt.

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Klar ist, dass in diesem Bericht auch irgendwo etwas über die Schachfamilie ter Stal stehen muss. Die Niedersächs. Schachjugend - "Quadratisch, taktisch, klug", eigener Slogan - hat das Wort: "U12: Mit 9 Punkten insgesamt und 2,5 Punkten Vorsprung ist Sven ter Stal der neue Landeseinzelmeister 2014!

U12w/U14w: Hier hat Esther ter Stal bereits 1,5 Punkte Vorsprung und ist damit gleichzeitig neue U14w Meisterin. http://lem2014.de/

Die ter Stals sind in Nordhorn-Blanke aktiv, der Nachname lässt vermuten: alter friesischer Häuptlings-Adel. Dort befindet sich auch die HSG und die bietet "Spitzenhandball in der Grafschaft Bentheim", eben unter anderem mit Sven ter Stal, Feldspieler, Geburtsjahr 2002, Größe 166 cm ... gut, das ist im Schach nun nicht ganz so entscheidend. Vielleicht wurde er inzwischen ja auch schon vom Leben gestreckt. - Vor allem aber ist der Schachverein riesig - und kümmert sich offenbar doch auf angenehm persönliche Weise um die Mitglieder, jedenfalls vermittelt die Homepage diesen Eindruck. http://sknb-online.de/joomla1/index.php/herrenmannschaften

Es gibt dort in der angeblichen Provinz ZEHN Erwachsenen-Teams (die Erste in der Oberliga Nord West) plus noch drei Jugend-Mannschaften. Das führt allerdings dazu, dass in der Kreisliga Emsland gleich vier von acht Teams von Nordhorn-Blanke (NB) kommen, man dort also eine leicht erweiterte Clubmeisterschaft spielen muss.

Esther ter Stal schoss in dieser Liga für NB.6 schöne 2,5 aus drei, während Danja Yvonne ter Stal sich in NB.7 - völlig unnötig! - mit dem Punktesammeln noch gewaltsam zurückhielt.

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