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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft
RAMADA Cup 6³   2012/2013

Qualifikationsturnier Brühl-Köln

8. bis 10. Februar 2013

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Spielort:

RAMADA Hotel Brühl-Köln

Ralf Mulde berichtet aus Brühl-Köln

Schachjecken spielen ihre ersten Züge

Bürgermeister Heinz Jung und Hoteldirektorin Ulrike Güttler-Lieven

Der stellvertretende Brühler Bürgermeister Heinz Jung war da. Die Direktorin des RAMADA-Hotels Brühl Ulrike Güttler-Lieven war da. Der Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan war da. Alle zusammen in Brühl. Im Saal. Vor 333 karnevalistisch enthemmten Schachspielerinnen und -spielern. Und diese drei Tollitäten der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft eröffneten gemeinsam mit mitreißenden Worten die DSAM in Brühl. Obwohl in drei Tagen Rosenmontag ist, nutzte auch die führende Zeitung des Rheinlands, der ″Kölner Stadt-Anzeiger″, die Gelegenheit, über das ″Turnier der Schachjecken″ zu berichten.

Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Brühl ist nun zum zweiten Mal bei uns gewesen und überbrachte ein kenntnisreiches Grußwort. ″Beim zweiten Mal ist es Gewohnheit, ab dem dritten Mal ist es Brauchtum″ kommentierte er trocken seinen Einsatz. Keinesfalls trocken waren seine gut vorbereiteten Worte über das Schach.

Bürgermeister Jung unterstrich, dass Schach Sport sei, schließlich wolle man ja olympisch werden und verfüge bereits über eine eigene Olympiade, zuletzt in Istanbul, demnächst hinter dem nördlichen Polarkreis in Tromsö. Er verglich die Art der sportlichen Leistung mit der im Sportschießen, Motorsport oder Billard, wo jeweils eine gute Kondition erforderlich sei, um die nötige Konzentration auch wirklich über sehr lange Distanz erbringen zu können und zitierte dafür den Arzt und Schachgroßmeister Dr. Helmut Pfleger. Eine weniger lange Distanz sei es, sich dem Karnevalsleben nach dem Turnier anzuschließen und lud ein, sich den ″Närrischen Elias″ anzuschauen, also den Brühler Karnevalszug.

Die RAMADA Direktorin Ulrike Güttler-Lieven hat uns gestattet, ihre Büttenrede zu zitieren, was wir natürlich gerne tun!

″In Köln, da ist jetzt Karneval,
mit tschingderassabum und Knall.
Hier in Brühl geht’s ruhiger ab,
denn hier spielt man RAMADA Cup!

RAMADA Cup, Sie wissen’s alle,
heißt Schach von Bergedorf bis Halle.
Zum 12.ten Male kommen Sie her,
bewegen Damen kreuz und quer,
hier im Hotel nur auf dem Brett,
im Städtchen ist das auch ganz nett!

In Kassel treffen sich die Besten,
sie sind ganz sicher aus dem Westen!
Sie haben ja den Überblick,
mit Pferd und Läufern viel Geschick!

Die Rederei ist gleich vorbei,
dann geht er los der Cup hoch 3.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leut‘,
ne tolle Schach- und Karnevalszeit!

Alaaf!

Gleichsam der Schach-Karnevals-Prinz Dr. Dirk Jordan machte natürlich mit den Regeln und der Funktionsweise der Uhren bekannt und verwies auf den enormen Aufschwung, der im Schul- und Kindergarten-Schach zu verzeichnen sei. ″Weit über 100.000 Kinder sind in diesem Bereich aktiv″, gab er als erstaunliche Zahl preis. Einer, der es genau wissen müsste, ist Ralf Schreiber, früher Breitenschach-Chef des Deutschen Schachbunds und Initiator des Projeks Schach für Kids, das mit Schach als pädagogischem Hilfsmittel mittlerweile in ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus aktiv ist. Bei der DSAM aber tut sich Schachfreund Schreiber einfach mal selbst etwas Gutes und spielt und spielt und spielt mit Freude, Gewinn und Lust, und um neue Freunde zu finden – so wie 332 andere Teilenehmer eben auch.

Es ist geradezu unglaublich, dass diese Turnierserie, die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM), einen nun schon seit zwölf Jahren anhaltenden und doch noch immer wachsenden Erfolg verzeichnet. Selbstverständlich heißt das nicht, dass man die Saaltüren vor lauter Spielern schon nicht mehr schließen kann, denn in der DSAM wird großer Wert auf gute Spielbedingungen für absolut jede Spielerin und jeden Spieler gelegt, ob jung oder älter, blond oder brünett, hier sind alle gleich.

Die Zahl elf ... schon falsch, in Brühl und Köln etc. heißt das: öölf ... diese Zahl also hat im Karneval eine magische Bedeutung, die man sich am besten von Tollitäten höchstselbst erläutern lässt. Nach Aschermittwoch werden Gespräche wieder sinnvoll. Natürlich hat das Turnier auf die ″Ölf″ Rücksicht genommen und ... im Turnier spielen 22 Damen mit, wir haben insgesamt 333 Teilnehmer – und wie viele männliche es sind, rechnet der Redakteur gerade aus ...

Der jüngste ″Mattsetzer″ ist Max Pick, der ist nämlich 2007 geboren. Sein Pendant auf der entgegengesetzten Seite der Altersskala ist diesmal nicht Gerhard Hund, sondern Nestor der Veranstaltung ist Ernst Millen, der 1930 zur Welt kam. Mit allen Teilnehmern zusammen freuen wir uns, dass Ihr hier seid!

Diamonds Are A Girls Best Friend

Schach hat etwas Verbindendes, gens una sumus, we-are-fa-mi-ly!, wir sind eine Familie. In unserem DSAM-Turnier ist das in besonderem Maße so, hier spielen Männlein & Weiblein, Blonde und Rothaarige, Junge und ... nein, Ältere in einer Gruppe; Besitz und Zugehörigkeit zu Religionen, Regionen, Vereinen etc. spielen keine Rolle.

Martina Jordan

Nur bei einer ist das ein bisschen anders: Martina Jordan. Sie achtet auf Männer mit Geld. Allerdings ganz genauso auf Frauen mit Barem. Zaster. Kies. Denn Martina Jordan ist nicht nur der Schatz ihres allgegenwärtigen Gatten "Doktor Dirk", sondern sie ist am Turnierort die Meisterin, die Schatzmeisterin der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft. Nach außen elegant, schmal, freundlich ... aber wehe, wenn die Kasse nicht stimmt, dann springt der Tiger aus der Dresdner Mathematikerin und Buchhalterin hervor!

Seit Anbeginn ist die Martina Jordan (hui, in Österreich wäre sie "Frau Doktor") bei der Veranstaltung dabei, oft hält sie sich im Hintergrund und doch ist jedem im Orga-Team klar: Ohne ihre ordnende, ruhige Hand wäre vieles nicht möglich. Und darüber hinaus ist sie ein wahres Multi-Talent, schießt sie doch zusammen mit Ingrid Schulz alle Fotos, die der vom Glück begünstigte Autor dieses Artikels auf der Homepage verwendet. - Ebenso gerechtfertigte Lobgesänge auf andere Team-Mitglieder könnten wir uns in sehr losem Abstand über die Turniere verteilt vorstellen. Ach ja, da hört man es gerade neben der Kasse klingeln:

"(...) Diamonds are a girl's best friend.
Tiffany's! Cartier! Black Starr! Frost Gorm! Talk to me Harry Winston. Tell me all about it!
There may come a time When a lass needs a lawyer, But diamonds ... are a girl's best friend. (...)"
- Marilyn Monroe, 1953 in "Gentlemen Prefer Blondes" -

Ruhe bewahren ist immer gut

Manchmal muss man einfach die Ruhe bewahren. Jede Verkäuferin kennt das, wenn sich die Schlange bis zur gegenüber liegenden Straßenseite bildet. Jetzt nur keine hastigen Bewegungen! Die Kunden werden schon wieder gehen. Dieses Konzept des "Nerven behalten" ist bei Schachspielern mindestens ebenso nützlich, aber das mit den hastigen Bewegungen ... in Zeitnot muss man sich eben doch schon mal bewegen.

Mit diesen lässigen, aus dem Handgelenk hervorschnellenden, kontrollierten Aktionen, die ein wenig an Frank Sinatra in "The Man with the Golden Arm" (Otto Preminger 1955) erinnern, damit kommt das beim Publikum besonders gut an. Ziehen, drücken, gucken. Gelegentlich kommt einer dieser in jenen Momenten besonders gütig lächelnden Herren im thematisch gut gewählten schwarzen Anzug vorbei und stellt die Überschreitung der Bedenkzeit fest - gut, das kommt schon mal vor. Die Schiedsrichter sind Egmont Pönisch, Matthias Möller, Hugo Schulz, Martin Sebastian und Frank Jäger in der Reihenfolge ihrer Schuhgröße.

Der Graf von Brühl

Hans Moritz Graf von Brühl (Quelle: Wikipedia)

Wer an "Brühl" und "Schach" denkt, dem fällt zwar heute immer öfter die DSAM ein, aber früheren Generationen hätten wohl zuerst an Hans Moritz Graf von Brühl gedacht, der am 20. Dezember 1736 bei Liebenwerda geboren wurde und mit 73 Jahren am 9.Juni 1809 in London starb.

Graf Brühl stand als Diplomat in kursächsischen Diensten, weilte aber auch als Wissenschaftler (Astronomie) in London, wo er als "John Maurice, Count of Bruhl" bekannt war. Nun ist London ein außerordentlich wichtiger Auslandsposten gewesen, so dass der Graf also keine Nebenfigur war; sein naher Verwandter Heinrich Graf von Brühl (1700-63) war denn auch der starke Mann in der könglich sächsischen Politik.

Um 1750 hatte man das für die Seefahrt existenzielle Problem der exakten Bestimmung des jeweiligen Längengrades eines Schiffes gelöst, wofür man zunächst auch Methoden der Astronomie heranzog. So kam es, dass in London als darin führender Nation die Wissenschaft der Astronomie pulsierte, so dass der Graf sich hier wohl gleich doppelt gut aufgehoben fühlte.

Der Graf trug u.a. Schachpartien gegen den Italofranzosen Verdoni aus, der nach Philidors Tod als stärkster Spieler Europas galt - und über den wir heute kaum noch etwas wissen.

Einen hübschen Überblick derer zu Brühl gibt "Pierer's Universal-Lexikon" aus dem Jahr 1857, das im Internet gut zu lesen ist.

Partie Graf von Brühl

Die DSAM wird stärker

Das Wort vom Sport. Fangen wir also alpinistisch an: Wir haben Zweitausender hier. Zwar keine Gebirgsmassive, sondern sieben Spieler, deren Elo-Zahl sich oberhalb der Zweitausendeinhundert befindet. Und hernach folgen gleich zwanzig Spieler mit einer Elo-Zahl oberhalb der Zweitausend; nun gut, einer von diesen Strategen hat gar kein Elo-Rating, steht aber mit meiner DWZ ganz genau mitten in dieser Gruppe der A-Spieler.

Ohne es hier nun wirklich ganz genau ausgewertet zu haben, verstetigt sich doch der Eindruck, dass ″wir″ immer stärker werden. Der Autor mehr um die Hüfte herum, das Turnier aber in der A-Gruppe in den Leistungszahlen. Zwar weist die Elo-Berechnung wohl immer einen sich sozusagen sebst beschleunigenden Effekt auf, der Trend geht also ohnehin zu immer höheren Ratings (warum das so ist, soll an anderer Stelle geklärt werden).

Dazwischen: Menschen im Hotel

Das Ramada Hotel Brühl-Köln bei Nacht.

Nun spielen wir dieses Turnier stets in einem "Grand Hotel" und schildern doch nur selten dessen Atmosphäre. Immer wieder als geflügeltes Wort wird in diesem Zusammenhang der Buchtitel "Menschen im Hotel" von Vicki Baum erwähnt, obwohl das Buch - das besser ist als der Film - heute kaum jemand gelesen hat. Gut, es ist nicht Büchner-Preis-verdächtig, aber so übel ist es nun auch wieder nicht; eigentlich ist alles fast so wie hier im RAMADA, sogar unsere Fredersdorfer kommen vor:

"Der Portier gab seinen wackligen Beinen ein kleines Kommando und strebte seinem Platz zu. Er hatte die Loge unter der Obhut des kleinen Volontärs Georgi zurückgelassen, Sohn des Besitzers eines großen Hotelkonzerns, der seinen Nachfolger im fremden Betrieb von der Pike auf dienen lassen wollte. Senf trabte etwas beengt quer durch die Halle, die voll und bewegt war.

Hier traf die Jazzmusik des Tea-rooms mit dem Geigenschmachten des Wintergartens zusammen, dazwischen rieselte dünn der illuminierte Springbrunnen in ein unechtes venezianisches Becken, dazwischen klirrten Gläser auf Tischchen, knisterten Korbstühle, und als dünnstes Geräusch schmolz das zarte Sausen, mit dem Frauen in Pelzen und Seidenkleidern sich bewegen, in den Zusammenklang. Bei der Drehtür schraubte sich Märzkühle in kleinen Stößen herein, sooft der Page Gäste ein- und ausließ. (...)

Da stand er nun in der Halle des Grand Hôtel, der Buchhalter Otto Kringelein, geboren in Fredersdorf, wohnhaft in Fredersdorf, da stand er in seinem alten Überzieher, und die hungrigen Gläser seines Kneifers schluckten alles auf einmal. Er war erschöpft wie ein Läufer, dessen Brust das weiße Band berührt (und mit dieser Erschöpfung hatte es seine besondere Bewandtnis), aber er sah: die Marmorsäulen mit den Gipsornamenten, die illuminierten Springbrunnen, die Klubstühle.

Er sah Herren in Fräcken, Herren in Smokings, elegante, weltläufige Herren. Damen mit nackten Armen, mit Glitzerkleidern, mit Schmuck, Pelz, ausnehmend schöne und kunstvolle Damen. Er hörte entfernte Musik. Es roch nach Kaffee, Zigaretten, Parfüme, Spargelduft vom Speisesaal und Blumen, die an einem Tisch zum Verkauf aus Vasen strotzten. Er spürte den dicken, roten Teppich unter seinen gewichsten Stiefeln, und dieser Teppich machte ihm zunächst den stärksten Eindruck.

Kringelein schliff vorsichtig mit der Sohle über diesen Teppich und blinzelte. Es war sehr hell in der Halle, angenehm gelblich hell, dazu brannten hellrote, beschirmte Lämpchen an den Wänden, dazu strahlten grüne Fontänen in das venezianische Becken. Ein Kellner flitzte vorbei, trug ein silbernes Tablett, darauf standen breite, flache Gläser, in jedem Glas war nur ein bißchen goldbrauner Kognak, in dem Kognak schwamm Eis – aber warum wurden im besten Hotel Berlins die Gläser nicht vollgefüllt?"

Die Dame siegt im Damenendspiel

Bettina Baumann (Gruppe E)

Bettina Baumanns DWZ beträgt zur Zeit 1465. Das ging aber schon mal besser! Im Jahr 2010 katapultierte die Rheinlandmeisterschaft ihr Rating auf knorrige 1615 und im Jahr zuvor war es die DSAM, die den bisherigen DWZ-Höchststand von 1623 bewirkte. Danach muss dann irgend etwas geschehen sein (warum fällt einem hier gerade Dietmar Schönherr mit dem unvergessen fordernden Satz ″Rücksturz zur Erde!″ im Raumschiff Orion ein?), den die Koblenzer Frauen-Regionalligistin ließ sich nach diesem Peak ein wenig zurückfallen – um Anlauf für größere Taten zu nehmen.

In der DSAM spielt Betttina Baumann in der E-Klasse. Für ihren Verein VfR-SC Koblenz. 2008 wurde sie nicht unerwartet Meisterin des Schachbezirks Rhein-Nahe (ein Spielbereich, der ja schon vom Namen her nach Lebensfreude und ″Weinfest″ klingt). Dieses Kunststück wiederholte sie 2010 und wurde damit zugleich Koblenzer Stadtmeisterin.

Alles begann im Jahre 1996 mit der ersten Auswertung, als unsere Schachfreundin mit der Stadtmeisterschaft Koblenz den Einstieg ins ″Weltschach″ fand. ″3,5 aus 7″ waren ein gutes und offenbar ermutigendes Ergebnis, denn in den folgenden 16 Jahren bis Ende 2012 nahm sie an nicht weniger als 90 Turnieren teil, also zwischen fünf und sechs pro Jahr oder anders gesagt: seit 16 Jahren alls zwei Monate eine Auswertung! Hatte ein gewisser Capablanca in seiner gesamten Schachlaufbahn überhaupt diese Gesamtzahl erreicht?

20 Turniere davon ″gehören″ alleine schon der DSAM - und der dritte Platz in Frankfurt / Oder berechtigte Bettina Baumann schon zu einer Finalteilnahme. Also, aufgemerkt! Hier ist nicht nur eine sympathische Spielerin aktiv, sondern eine, die ″richtig was kann″. Dass das so ist, zeigte sich unter anderem in dem folgenden Damenendspiel.

Weiß hatte einen Bauern investiert, aber nun war eben das meiste vom Brett und Schwarz sollte versuchen, den Mehrbauern zu verwerten – was bekanntlich gerade in Damenendspielen eine technisch anspruchsvolle Aufgabe ist. Schwarz zeigte sich den komplexen Anforderungen vollständig gewachsen und buchte nach vielen folgenden Zügen, die durchaus Kraft kosten, mehr oder weniger sicher den Punkt aufs Konto; das ist nicht nur in der E-Klasse eine äußerst respektable Leistung.

Mit der notwendigen fairen Brutalität

Michael Schäfer (Gruppe C)

Artikel über die DSAM interessieren uns immer. Unsere Schachfreunde in Herne/Solingen wachen auf nette Weise virtuell über ihren Vereinsfreund Michael Schäfer. Das ist fast wie damals bei ″Terrier″ Berti Vogts, der seinem Gegenspieler  ja sprichwörtlich bis auf die Toilette folgte. Das tun die Solinger nun gewiss nicht, obwohl derlei im heutigen Schach aus ganz anderen Gründen eben gelegentlich doch der Fall ist, schließlich befindet sich dort bisweilen die einzige Telefonzelle des Turniers.

Vogts Fachkommentare lasen sich zu seiner Zeit übrigens recht flott: ″Wir haben mit der notwendigen fairen Brutalität gespielt", oder "Meine Mannschaft ist 15- oder 16-mal ins Abseits gerannt. Das haben wir auch die ganze Woche geübt." - Nun aber zurück ins Stadion nach Herne (immer wieder gerne ...)!

Unsere Schäfer-Schatten schreiben am 7. Februar 2013: ″Et kütt wie et kütt : Michael Schäfer bei der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft in Brühl.

Auf dem Höhepunkt der Session zum Schachspielen in die Karnevalshochburg Köln! Klingt absurd, aber Michael Schäfer macht es schon zum wiederholten Mal. Das Turboturnier mit fünf Runden an drei Spieltagen ist genau das richtige Turnier für unseren Vielspieler, der in der C-Gruppe antritt. Das Ergebnis ist egal: Denn et kütt wie et kütt und et hät noch emmer joot jejange. Viel Spaß, Michael!″ Den vielen Spaß wünschen wir natürlich auch!

Wie schaut's denn nun eigentlich aus? Der Rundumblick nach der dritten Runde

Nach dem ″Bergfest″ des Turniers, also nachdem die erste Hälfte geschafft ist, mag es sinnvoll sein, einen ersten Blick auf die Tabellen zu werfen: Wer hat noch immer die berühmte ″weiße Weste″? Wer hat die momentan besten Chancen, das Turnier in seiner Gruppe zu gewinnen? Natürlich kann man hier noch keinen Ausblick auf die vielleicht besten Sechs geben, die sich erst in der letzten Runde ihr Ticket ins Finale zu erspielen pflegen. Aber in einem kleinen Blitzlicht tratschen wir nun über die Spielerinnen und Spieler, die sich nach vorne geschoben haben.

Gruppe A weist nach drei Runden gleich vier Spieler in den Logenplätzen auf, nämlich mit jeweils 2,5 Punkten Björn Bente, Niels Christensen, Nils Patrick Czybik und Axel Stephan. Sieben Spieler sind es, die diesem Quartett unmittelbar nachfolgen, also 2,0 Punkte aufweisen.

Gruppe B ist insofern übersichtlicher, da hier augenblicklich zwei Spieler eine hundertprozentige Lösung gefunden hatten, also mit ″drei aus drei″ führen, nämlich der nur an Startplatz 23 gesetzte Eiki Takeuchi und der als Nr. 3 gestartete Martin Kaster. Aber mindestens einer der beiden wird ja nun im direkten Duell die 100% einbüßen und vermutlich wird bald einer der acht folgenden Spieler aufschließen.

Stefan Gutt (Gruppe C)

Gruppe C weist die gleiche Bretterzahl wie das Studio B auf, hat aber dennoch vier Spieler, die 100% haben und jetzt natürlich gegeneinander spielen. Stefan Gutt, Achim Bosma, Bernhard Weber und Bernd Krüger sind die vier Jungs, die momentan noch den wärmenden Platz an der Sonne innehaben. Ihnen folgt mit Mark Saßmannshausen ein Spieler mit einem tollen Kostüm, der ebenso wie drei weitere sehr aussichtsreiche 2,5 Punkte auf dem Konto weiß.

Gruppe D hat drei 100%-Spieler an der Spitze (wohlgemerkt: nach drei, nicht nach fünf Runden!) und zwar David Kruck, Philipp Kossack und Tobias Loos. Engen Kontakt zu dieser Gruppe hat Amina Sherif, die nämlich in der 3. Runde am zweiten Brett mit Weiß gegen Tobiaas Loos antrat. Weitere vier Spieler folgen mit 2,5 Punkten, deren Chancen auf den Turniersieg natürlich noch völlig intakt sind.

Spitzenpaarung der 4. Runde in der E-Gruppe: Felix Schlitzer gegen Detlef Heidrich.

Gruppe-E hat den an der Spitze, der da laut Setzliste auch hingehört (aber was heißt das schon?), nämlich Felix Schlitzer, der vor Runde 4 noch 100% hatte, ebenso wie Detlef Heidrich, so dass beide also eine Partie mitander spielten. Vier weitere Teilnehmer waren am Resultat besonders interessiert, die haben nämlich 2,5 Punkte.

Gruppe F hat ebenfalls zwei Jungs mit 100% auf den imaginär gepolsterten Sesseln, nämlich mit Weiß: Daniel Schwarz gegen Josua Falkenau. Aber gleich zehn Spielerinnen und Spieler sind hier mit 2,5 Punkten gleichsam auf dem Tigersprung!

Geichwohl, das alles ist noch Lesen im Kaffeesatz – und dazu bemerkte schon Antoine de Saint-Exupéry (genau, der mit dem Kleinen Prinzen): ″Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.″ - Also dann: Ab an die Bretter mit Euch!

Brühler Stadtmeisterschaft

Und auch noch andere denken an uns, die hängen nämlich ihre Turnierausschreibung gleich an unser ″Presse-Brett″ - liebe Kinder, bitte nicht nachmachen!!! Weil es sich um ein dringendes Anliegen zu handeln scheint und auch gleich die Nachtbar ... die Nachbarschaft betrifft: Der Brühler Schachklub 1920 e.V. veranstaltet die Offene Brühler Stadtmeisterschaft 2013 und zwar im Vereinsheim im Karl Schiller Berufskolleg, Bonnstr. 200.

Ausgekickt wird's in 7 Runden mit 2/40+0,5/Rest und zwar zweimal im Monat am Freitag  um 20:00 Uhr, am 8. und 22. März, am 12. und 26. April, am 10. und 24. Mai sowie am 7. Juni In den folgenden Kategorien gibt es jeweils für den Ersten 20,-- und für den Zweiten 15,-- Euro:    Senioren (Jg. 1953 und älter), DWZ bis 1900, bis 1700, bis 1500, Jugend (Jg. 1993 und jünger) und Damen (kein Jahrgang ...). 14,00 kostet's (Jugend 8,--), 10,-- Reuegeld als Pfand, ansonsten hilft Friedhelm Heuser. Näheres unter www.brühler-schachklub.de/.

Jedes Jahr um eine Klasse verbessert!

Amina Sherif (D-Gruppe)

Amina Sherif ist eine wirklich interessante Spielern; anderswo würde man sagen: Eine Vorzeige-Athletin. In der DSAM startete die heute erst 14jährige  in der Gruppe F, das ist normal. 2011 gewann sie sogar das Finale der F-Gruppe (< 1300) und war damit ″Deutsche Schach-Amateurmeisterin der F-Gruppe 2011″, das ist nun schon überhaupt nicht mehr normal, sondern einfach toll!

Und seither hat sich Amina Sherif in wirklich jedem Jahr ihrer Teilnahmen um jeweils eine DSAM-Leistungsgruppe verbessert – wir fragen: Wo hört das auf? Und wir hoffen: Am besten gar nicht. Elisabeth Pähtz, Melanie Ohme & Co. brauchen schließlich auch bald Konkurrenz, wenn nicht irgendwann auch Nachfolgerinnen!

In der Deutschen Meisterschaft 2011 unter 14 Jahre weiblich der Deutschen Schachjugend schlug sie eine scharfe Klinge und erzielte mit 4,5 Punkten den 17. Platz. Das ist zwar noch ein gutes Stück weg vom ersten Rang (Paula Wiesner (Karlsruhe) und als Zweite Sonja Maria Bluhm (Hofheim), mit jeweils 7,5 Punkten), aber irgendwo muss man ja anfangen – auch ein langer Weg beginnt stets mit dem ersten Schritt [Lao-Tse].

Amina Sherif hat noch einen zwei Jahre jüngeren Bruder: Malik. Und weil die DSAM (auch) eine Art Familienturnier ist – was sich in den RAMADA-Hotels einfach anbietet – ist der Bruder natürlich auch im Turniersaal am Zug, vielleicht auf den Spuren seiner Schwester. Und der Autor weiß aus eigener Jugend, wie es ist, der älteren Schwester nachsetzen zu müssen ...

Ihr Verein, die Schachgesellschaft Solingen, hat ein hübsches Bild von Amina Sherif geflickert, das wir hier natürlich nur im Link spiegeln können.

Jubel Jubel Jubilare

Wer zum zehnten Mal hier bei der DSAM ein Turnier spielt, hat bei 5 Runden 50 Partien gespielt. Nehmen wir einmal an, dass eine Partie im Durchschnitt 40 Züge dauert (was eher hoch angesetzt zu sein scheint), dann hat ein solcher Jubilar also allein schon 2.000 Züge gespielt, jeder davon mit dem typischen Bangen, Hoffen, Freuen, mit allen Höhen und Tiefen, die man eben während so einer Partie oft im kurzen (und sportlich anstrengenden!) Abstand erlebt. Nehmen wir weiter an, dass die Partien im Schnitt drei Stunden dauerten, was ungefähr passen könnte, wenn keine Kurzremisen dabei waren (die es in der DSAM ohnehin erfreulich selten gibt – unsere Spieler sind hier, um etwas vom Schach zu haben!) so sind das bei 50 Partien offenbar 150 Stunden am Brett – bei höchster Konzentration. Das sind nonstop gut 6 Tage!

Diejenigen, die diese ganz erstaunliche Leistung vollbracht haben, erhalten einen bronzenen Springer in der Form des Turnier-Emblems, den man sich hübsch ans Revers haften kann – und das sind hier in Brühl:

Gerhard Hund (Freiburg Zähringen), Erich Zweschper (Kelsterbach), Frank Bauch (Königsspringer Gladenbach), Michael Drzasga (Höntrop) und Joachim Raabe (Brühler SK).

Wir gratulieren unseren Schachfreunden herzlich und halten den Silbernen Springer für die 25.Teilnahme schon mal bereit ...!

Familienrabatt mit Anneliese

Die

″Sag maaaaal ...″ Wenn der Tag so anfängt, kann er schwierig werden. Bei Anneliese sosowieso. Elf Jahre jung, blond, schon frühmorgens widerlich wach. ″Sag maaaaal ... hier spielen doch so viele von der Familie Hund mit, alles soooo nette Leute – weißt Du, wer Mutter von dieser und Schwester von jener ist?″ Der Texter der DSAM weiß dergleichen selten, erst recht nicht vor dem siebenunddreißigsten Kaffee, aber bei ″der″ Schachfamilie Hund muss man sich einfach auskennen, schließlich sind sie zu siebt hier angereist – phänomenal. Ich durfte also mit Auskünften glänzen.

″Da ist zunächst mal Gerhard Hund, als Ältester ist er gewissermaßen der Kopf der Familie. Der hat drei Töchter, nämlich Isabell Hund, Barbara Hund und Susanne ... nein, nicht Hund, inzwischen heißt sie per Heirat Susanne van Kempen. Und wir sind inzwischen längst in der hoffnungsvollen dritten Generation: Die sympathische Sarah Hund ist Gerhard Hunds Enkelin und ist die Tochter von Barbara Hund.″ Ich durfte einen Moment Luft holen und einen Schluck vom Heißen nehmen.

″Ach so, ist ja doch ganz einfach″, meinte mein Gegenüber. ″Aber du sagtest doch, die hätten mit sieben Leuten den für jeden bestehenden Familienrabatt genutzt? Das sind doch jetzt erst fünf: Der Großvater Gerhard, die Enkelin Sarah und die drei Schwestern Barbara, Isabell und Susanne?″ Man kommt einfach nicht zum frühstücken, dachte ich.

″Ja, darüber, dass die den Familienrabatt nutzen, sind wir auch sehr froh. Das Angebot besteht für jeden und soll eben unterstreichen, dass wir zwar ein knallhartes Leistungsschach bieten, aber auch ein Familienturnier im kulturellen Rahmen sind. Du hast recht, das waren fünf. Die fehlenden beiden sind die Ehemänner: Heinz van Kempen ist mit Susanne Hund verheiratet, so dass sie nun eben Susanne van Kempen heißt. Und Isabel hat Wolfgang geheiratet, der nun eben Hund heißt.″ Das muss es doch nun gewesen sein, dachte ich und linste verstohlen zum Käsebrötchen rüber.

″Und die spielen alle aktives Wettkampf-Schach? ... Hmmm ... das ist toll. Noch jemand dazu und man hätte schon eine volle Schach-Mannschaft. Zur Fußball-Elf hat's aber doch noch nicht ganz gereicht″, murmelte Anneliese. Ich sagte lieber gar nichts. Verflixt, das Brötchen!! ″Und wie ist das mit diesem Familien-Rabatt? Ab wann kriegt man den und wie hoch ist der? Und ab wie viel Spielern kriegt man am Ende eher noch etwas bezahlt als selbst an die Kasse zu müssen?″

Ich tippte ein bisschen auf meinem Laptop herum und zauberte das hervor, was ich selbst schon einmal dazu geschrieben hatte und schob das Anneliese unter die Nase, während ich mir mit der anderen Hand endlich das Brötchen angelte: ″Die Veranstalter unterstützen es, dass ganze Familien am Turnier teilnehmen. Sie haben dafür den Begriff „Familie” gerne sehr großzügig ausgeweitet und für diese Gruppen den „DSAM Familienrabatt” eingeführt: Familien, die aus mehr als drei Spielern bestehen, zahlen ab dem vierten Teilnehmer kein Startgeld. Tatsächlich sind es viele Familien, die ihr Hobby mit einem langen, entspannenden Wochenende in einem schönen Hotel für die Gemeinsamkeit nutzen und dabei gewiss auch nicht vergessen, die vielen schönen Seiten der Stadt oder der Umgebung für sich zu entdecken.″

Die Spiele sind beendet

Wenige Stunden vor dem ersten Rosenmontags-Zug, wie immer pünktlich um 14:15 Uhr, nahm das DSAM-Schiedsrichter-Team die Siegerehrung vor. Weil die das alleine ja niemals fertig brächten, war unser Freund der Veranstaltung, Ralf Niederhäuser, Präsident des Schachbundes Nordrhein-Westfalen, so freundlich, nicht nur einige launige Worte zum Turnierende an die Karnevalis... an die Schachspieler zu richten (alaaf!), sondern auch die Siegerehrung mit zu übernehmen.

Dr. Dirk Jordan fasste das nun beendete Turnier zusammen. Einige kuriose Begebenheiten mochte es am Rande gegeben haben, die aber auch jetzt nicht das Licht breiterer Öffentlichkeit erblickten (schade eigentlich! ruft der Berichterstatter), insgesamt war es wieder ein harmonisches Turnier, das vom freundschaftlichen Umgang der Spieler untereinander und mit dem Turnierpersonal geprägt war: Kaum irgendwo anders gibt es so wenige Streitfälle wie bei der DSAM. Er nutzte die Gelegenheit, nicht nur das beendete Turnier zusammenzufassen, sondern auch einen kleinen Ausblick auf das DSAM-Finale in Kassel und auf den Deutschland-Cup zu geben.

Es kann anscheinend gar nicht eindringlich genug bemerkt werden:

a) Nur wer bei der Siegerehrung anwesend ist, erhält einen Preis. Die Siegerehrung ist Teil des Turniers. Jedes Turnier beginnt mit der Eröffnung und endet (erst) mit der Siegerehrung, die natürlich auch ein freundliches Zeichen des Respekts für die Leistung der anderen ist, falls man selbst diesmal nichts gewonnen haben solltet. Es kommt aber immer wieder vor, dass Spieler abgereist waren, denen eigentlich ein Preis zugestanden hätte, was ja doch eine unglückliche Situation ist. Nachgereicht oder in Vertretung überreicht wird nämlich gar nichts. Auch nicht knapp vor Rosenmontag oder Nelkendienstag.

b) Die Siegerehrung ist der Ort, an dem die Ergebnisse bekannt gegeben werden. Weder gibt es vorher von irgendeinem Schiedsrichter oder vom Kellner eine Information, wer gewonnen habe noch gibt es eine ausgedruckte Tabelle – weder zum ″ich möchte doch nur mal″ Mitnehmen noch zum Begucken. Würde man anders verfahren, nähme man der Siegerehrung viel von ihrem Rahmen und zerstörte ihren Zauber – das wird es nicht geschehen.

Und hier sind sie, die Ergebnisse: 

Gruppe A

Dr. Frank Hoffmeister wiederholt seinen Vorjahressieg in der A-Gruppe

Völlig überraschend für das Publikum schaffte es Dr. Frank Hoffmeister im Verlauf der letzten Runde doch noch, den bis dato führenden Dänen Niels Christensen zu überholen und damit Turniersieger der A-Gruppe zu werden. Christensen hatte am Sonntagmorgen 3,0 Punkte und remisierte mit Weiß gegen Nils Patrick Czybik. Beide hatten damit 3,5 Punkte und mussten hoffen, dass unter den Verfolgern keiner gewinnen oder doch zumindest keiner eine bessere Feinwertung als sie erzielen würde. Auf die Partie am zweiten Brett bezogen klappte das auch ganz prima, Axel Stephan kam ebenfalls über Björn Bente nicht übers Remis hinaus (das gilt natürlich auch andersrum!).

Aber dann ... ein Stich, ein Schrei und alles war vorbei. Ob es wirklich in einem solchen Hauruck-Verfahren geschah, hat keiner von den Organisatoren erfahren, gleichwohl:

An Brett 3 besiegte Dr. Frank Hoffmeister (SVG Eppstein 1932, Elo 2179) mit Weiß spielend FM Michael Babar (Hansa Dortmund, Elo 2208) und konnte damit plötzlich von niemandem mehr eingeholt werden. Sooo überraschend ist das alles aber ja nun auch wieder nicht, denn ″der Doc″ gewann schon im vergangenen Jahr: Gleicher Ort, gleiches Turnier, aber anderes Jahr. ″Dies, meine Damen und Herren, ist kein Einzelfall″, hieß es ehemals bei Ede Zimmermann XY (keine Elo) im damaligen Resopal/Sperrholz-Studio des ZDF. Darf man also in diesem Zusammenhang Dr. Frank Hoffmeister, der nur Elfter der Setzliste war, einen  ″schachlichen Wiederholungstäter″ nennen? - Wir wünschen ihm noch viele weiter Erfolge dieser Art!

Niels Christensen (Bonn Beuel, Elo 2269) wurde mit 3,5 Punkten Zweiter, Nils Patrick Czybik (Erkelenz, Elo 2158) Dritter, mit selber Punktzahl Björn Bente (Hamburger SK, Elo 2205), Ingo Thomas (Krefeld, Elo 2062) wiederum mit 3,5 Punkten Fünfter. Als Sechster und damit immer noch als Final-Teilnehmer beendete Andre Kienitz (Erkelenz, Elo 2088) sein Turnier in der A-Gruppe.

Gruppe B

Der im Rheinland weltbekannte Spieler Eiki Takeuchi (Verein für Sport und Freizeit, DWZ 2039) spielte ein schier unglaubliches Turnier! Er schaffte ein glattes 100%-Ergebnis, also 5,0 Punkte, und war damit natürlich strahlender Sieger der B-Gruppe. Knapp dahinter, mit einem halben Punkt weniger und noch immer einem phantastischen 90%-Ergebnis beendete Rolf Mühlens (Heidelberg-Kirchheim, DWZ 1978) das Turnier und war damit ein toller Zweiter, eben eine der Tollitäten. Martin Kaster (Altenkirchen, DWZ 2047), erspielte 4,0 Punkte – anderswo gewinnt man mit 80% schon mal das Turnier, in der Brühler B-Gruppe 2013 wurde man damit Dritter.

Rainer Wagner (Vereinig. Schachsportfr. DWZ 2001) war es, der ebenfalls 4,0 Punkte erzielte und gar ″nur″ Vierter wurde, die Buchholzzahl wollte es einfach so. Carlo Pauly (SG Porz, DWZ 2054), eine überrasschende Namensgleichheit mit einem großartigen Zeitungsredakteur dieser Gegend aufweisend ... eben dieser war der Wertungsbeste derer mit 3,5 Punkten und damit Fünfter. Ihm folgte Dirk Koch (SK Schweich, DWZ 1949)  mit identischer Punktzahl nach, aber wir kennen das: Die Buchholzzahl ... Das waren die sechs Final-Teilnehmer dieser Gruppe.

Gruppe C

Bernd Krüger gegen Stefan Gutt lautet die Spitzenpaarung der letzten Runde in der C-Gruppe.

Hier wird immer eifrig miteinander gerungen, Voraussagen sind komplett unmöglich (Vorbereitungen damit auch ... seufzt die Redaktion), um so freudiger werden die Ergebnisse der Gruppe C verkündet. Erster wurde Stefan Gutt (Bergische SF Bergisch Gladbach, DWZ 1813) mit 4,5 Pkt. und 15,0 Buchholz-Punkten. Hauchzart, um nur einen halben Buchholz-Punkt getrennt, wurde Bernd Krüger (Waldkirch, DWZ 1817) Zweiter. Ebenfalls noch 4,5 Punkte und damit 90% des überhaupt Möglichen, wurde Tugay Evsan (Königsspringer Lüdenscheid, DWZ 1854).

Die (nicht nur) für die Final-Qualifikation wichtigen Plätze vier bis sechs belegten in dieser Reihenfolge und mit jeweils 4,0 Punkten Achim Bosma (Koblenz, DWZ 1776), Bernhard Weber (SG Siebengebirge, DWZ 1800) und Eric Ahlers (Turm Wahrburg, DWZ 1774).

Gruppe D

Am Morgen um sieben Uhr dreißig, wenn bekanntlich de Welt noch in Ordnung ist, war er vor der letzten Runde praktisch der Held des Turniers: Philipp Kossack, Schachverein Erftstadt (also gleich um die Ecke vom Turniersaal) und DWZ 1682 – und um 10:44 Uhr erreichte uns die Meldung: Der Heldenstatus bleibt erhalten! Der 1993 geborene Erftstädter gewann sogar seine letzte Partie gegen Tobias Loos und hatte damit 100% - trotz rheinischen Karnevals, der einen wie ihn doch eigentlich hätte ablenken sollen.

Stets mit fröhlichem Lächeln auf den Lippen (liegt vielleicht an der Punktausbeute) und in ein ″Siegertrikot″ des FC Bayern gewandet (in einem vom 1. FC hätte es vielleicht nur für drei Punkte gereicht), gelang dem an fünf gesetzten Spieler das erfreuliche Kunststück, jede, aber auch wirklich jede Partie in der D-Gruppe zu gewinnen. Herzlichen Glückwunsch! Somit wurde aus seiner nunmehr sechsten Turnierteilnahme (alle hier in Brühl) ein großer Erfolg und das ″Ticket für Kassel″, nämlich zur Finalteilnahme in der nordhessischen Metropole.

Sollte es hier keine zufällige Namensgleichheit geben, lässt sich auch sagen, woher die Kondition des blonden Erftstädters kommt: Wir finden ihn auch in der Ergebnisliste des 38. Berlin-Marathon! Wer so lange auf qualmenden Sohlen durchhält, für den ist ein 5-Runden-Turnier am Wochenende natürlich ein Klacks. Und das kam ihm schon beim Jahreswechsel Ende Dezember 2012 zu gute, als er beim 28. Düsseldorfer Post-Open mit 4,0 Pkt. achtbarer 44. wurde.

Nach dem Ersten kommt der Zweite (schon gut ... einer aus Kalau) und der wurde David Kruck (Turner Berg.-Gladb., DWZ nur 1524!), der 4,0 Punkte erspielte. Wir weisen den Leser zarrrrrt darauf hin: Das sind sagenhafte 80% der möglichen Punkte! Wenn das nur einmal den Kickern vom 1. FC Köln gelänge, wäre hier Dauer-Karneval ... Und um das Wunderbare noch auszuweiten: Alle nachfolgenden Spieler bis zum sechsten Platz waren so gut am Brett, ebenfalls diese Punktesumme nach Hause zu karren!  Die Feinwertung sorgte auch hier für die Trennung:

Dritter wurde nämlich Uwe Meilhammer (Bad Breisig, DWZ 1664), als Vierte überschritt Amina Sherif (SG Solingen, DWZ 1648) die Ziellinie, als Fünfter fährt Roland Zorn (Lauterbach, DWZ 1650) zum Kasseler Finale, Sechste wurde Sarah Hund (Freiburg Zähringen, DWZ 1650) und weil sich die schon in Bad Soden als Finalistin qualifiziert hatte, ist auch Tobias Loos (SV Jedesheim, DWZ 1464) beim Finale mit dabei.

Gruppe E

Arno Busch (Sieger E-Gruppe)

Marathon hin oder her, auch in dieser E-Gruppe gab es einen, der mit sagenhaften 100% im Rücken in die letzte Runde ging und hier mit Schwarz den Kampf gegen den erfahrenen Arno Busch (3,5 Pkt.) führte: Felix Schlitzer (Sfr Stiller Zug Wiesbaden, mit der DWZ 1425 nur die Nummer 30 der Startrangliste). 

Am Ende siegte Arno Busch (Schachfr. Hamburg, DWZ 1488) mit 4,5 Punkten! Schachfreund Busch ist sehr oft bei uns in der DSAM am Start, er ist nämlich Träger des Silbernen Springers für mehr als 25 Teilnahmen – was lange wärt, wird endlich gut. Ebenfalls 4,5 Punkte erspielte sich der Zweite, nämlich Tobias Niesel (Brühler Schachklub, DWZ 1459), dessen Buchholzzahl nicht ganz mit der des Siegers Schritt halten konnte. Der oben erwähnte Felix Schlitzer (SF Stiller Zug Wiesbaden, DWZ 1425) kam auf 4,0 Punkte und wurde damit Dritter. Frank Erdmann, unser sehr oft am Brett befindlicher Schachfreund aus Taucha (DWZ 1492), kam ebenfalls auf 4,0 Punkte, ließ es diesmal bei den Buchhölzern etwas mangeln und wurde so ein sehr guter Vierter.

Srinivasan Tharavajah (Brühler SK, DWZ 1459) war der Spieler aus der recht großen Gruppe mit 3,5 Punkten mit der besten Feinwertung. Alle nun folgenden Strategen kamen ebenfalls auf 3,5 Punkte, nur das Holz, das Buchholz, das vermochte sie zu trennen. Henrik Meyer (Euskirchen, DWZ 1398), Angelique Prizker (Schweich, DWZ 1398), Falk Blechschmidt (Waldkirchen, DWZ 1463), Daniel Berker (Altenkirchen, DWZ 1477), und als Zehnter Fred Buechel (Köln, vereinslos!, DWZ 1450).

Hier sind so viele Spieler aufgeführt, weil die Schachfreunde Niesel, Schlitzer, Erdmann und sogar der Achte, Frank Blechschmidt, sich schon in vorherigen Turnieren für das Finale zu qualifizieren wussten, so dass zum ersten Mal auch der zehnte Rang ein ″Ticket nach Kassel″ löste.

Gruppe F

Und sogar in der F-Gruppe gab es einen, der nach dem Frühstück noch 100% auf dem Punktekonto versammelte: Josua Falkenau (Schachverein Bayer Dormagen 47, DWZ 1221). Auch hier erfuhr man früh vom Remis am ″Goldenen Brett″ mit der Top-Partie, in diesem Fall gegen Herbert Kaes, der 3,5 Pkt. hatte. Damit aber war im Hinblick auf den Turnierausgang noch gar nichts klar, denn es gab wie in fast allen anderen Gruppen auch eine stattliche Spielerzahl, die  vor der letzten Runde 3,5 Pkt. ihr eigen nannten.

Man kann ja nicht ausschließen, dass eine(r) von denen die Partie in der Schlussrunde gewinnt, etwa Hartmut Unruh oder Angelika Schulz. Und das bedeutet in aller Regel, dass der oder die mit einer dann glänzenden Buchholz-Zahl am bis dato Führenden vorbeizieht; die Feinwertung des Spielers, der die ganze Zeit über führt, ist regelmäßig nicht ganz so toll, weil der ja keine Gelegenheit erhält, bei seiner Rallye gegen sich selbst zu spielen und damit die meisten Buchhölzer zu erobern – während aber diejenigen, die sich von unten hochkämpfen, gegen eben diesen Ersten spielen und damit ihre Feinwertung aufpolieren. Und so kam es dann auch. Um 12:12 Uhr erhielt die Redaktion die Ergebnisse!

Umjubelte Erste wurde Angelika Schulz (SV Erkenschwick, noch keine DWZ!!) mit 4,5 Punkten und 14,5 Buchhölzern. Zweiter wurde Josua Falkenau (Dormagen, DWZ 1221), der Dritte ging an Alex Browning (Märkischer Springer Halver Schalksmühle, DWZ 1052) mit 4,0 Pkt., der bei gleicher Punktzahl und identischer Wertung den nun folgenden Münzwurf gewann, und damit Christian Scholtholt (SV Erkenschwick, DWZ 1187) den Preis für Platz 4 zudachte, Fünfter Herbert Kaes (Tischtennisclub Grün-Weiß Fritzdorf 1958, DWZ 1191), Sechster Jakob Bender (SG Porz, DWZ 1279) und Siebter wurde Hans Werbe (Doppelbauer Kiel, DWZ 1284), der damit das Final-Ticket löste, weil Jakob Bender sich schon in Magdeburg dafür qualifiziert hatte.

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