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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft
RAMADA Cup 6³   2012/2013

Qualifikationsturnier Bad Soden

19. bis 21. Oktober 2012

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Spielort:

RAMADA Hotel Bad Soden

Ralf Mulde berichtet aus Bad Soden

267 Spieler sind ein neuer Rekord in Bad Soden

Jüngster Spieler: Dennis Amrhein

Dennis Amrhein ist mit seinen fünf Jahren jüngster und auch schnellster Teilnehmer unseres Wettbewerbs. Schon um 10:53 Uhr erreichte die Redaktion das Ergebnis: Leider enthielt die Mitteilung eine Niederlage des kleinen Hannoveraners gegen Lutz Michael Dittmer. Aber noch ist ja nicht aller Tage Frühstück! Dennis wird von seiner Familie begleitet und unterstützt – das süße Mädchen mit den langen, schwarzen Haaren, die oft mit einem Affenzahn durch das Turnierareal flitzt, das ist sie. Mit ihren vier Jahren nimmt sie noch nicht am Turnier teil, aber wartet nur, ihr Erwachsenen ... die wird auch mal größer!

Dennis ist einer von insgesamt 267 Spielern, die in Bad Soden bis zum Sonntag die erste Runde der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft  ausspielen. Der Spielsaal ist gut gefüllt, aber die Tische sind mit so großen Abständen aufgestellt worden, dass sicher noch ein paar Spieler mehr Platz gefunden hätten – im Saal schon, aber nicht im Hotel! Oliver Helpap, Direktor des RAMADA Hotels Bad Soden, durfte zufrieden sein. In einer netten, kurzen Ansprache begrüßte er stellvertretend für sein gesamtes Team seine Gäste und bot ihnen Hilfe bei allen Fragen an.

Bürgermeister Nprbert Altenkamp (CDU)

Bürgermeister Norbert Altenkamp, CDU, vermied beim Thema Schach souverän alle Fettnäpfe, die ein Kollege aus der Bundespolitik noch kürzlich beschritten hatte. Er freute sich, das Turnier zum sechsten Mal in Bad Soden zu wissen und zwar wiederum mit mehr Teilnehmer. Die DSAM ist also weiter auf Wachstumskurs. ″Die 22.000 Einwohner Bad Sodens begrüßen die Schachspieler in ihrer Stadt. Mit diesen vielen Gästen wurde die Einwohnerzahl Bad Sodens für dieses Wochenende signifikant um 1% angehoben.″ Gerne wies er auf die Reize der Stadt hin, die sich gerade jetzt im bezaubernden Herbstwetter für erfrischende Spaziergänge zwischen den Partien anbiete.

Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan erinnerte an den damaligen Weltmeister Garri Kasparov, als der vor 15 Jahren in genau diesem Saal, in dem nun die Amateure ihre Kreise ziehen, ein umjubeltes Simultan gegeben – und noch ein weiterer Weltmeister war hier im Hotel, nämlich Viswanathan Anand, der in der Nähe wohnt und sich hier im Hotel mit seinem Stab auf die Weltmeisterschaft vorbereitete – der helle Schatten großer Geister schwebt also noch über die Bretter der Amateure! Mit einigen einführenden Worten zum Handy-Verbot, der Funktionsweise der Uhren und der Aufstellung der Tische für die sechs Spielgruppen wurde nun das Turnier eröffnet – es geht los!

Stefan Bocksberger f├╝hrt die Teilnehmerliste der Gruppe A an

In der DSAM führt er die Ratingliste der "Königsklasse", der Leistungsgruppe A an: der 1965 geborene Stefan Bocksberger, der noch Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre im Bundesliga-Aufgebot (wohlgemerkt: der Ersten Liga!) des Münchner SC 1836 stand. An Einsätzen mangelte es ein wenig, aber immerhin ... Andere dürften in solchen Sphären noch nicht mal die Figuren aufbauen.

Und auch Jahre später wollte FM Bocksberger hoch hinaus; vor wenigen Tagen, Ende September 2012, spielte er das Halbfinale des Dähne-Pokals, dort inzwischen für den SC Wolfratshausen mit einer DWZ von 2216 unterwegs. Und als ob es nebenbei sei, gewann er auch am Ammersee (nicht zu verwechseln mit dem Ammerland): "Das 5. Turnier um den Ammersee-Pokal gewann der Sieger von 2009, FM Stefan Bocksberger (SC Wolfratshausen)..."

In der extrem starken bayerischen Landesliga Süd, wo man früh morgens an Brett 2 auch schon mal gegen einen gestandenen GM spielt, war FM Bocksberger noch 2010/11 für Weilheim.1 am 3.Brett mit Punktesammeln beschäftigt. Einige schachliche Glanztaten von unserem Schachfreund finden sich hier.

Sollte sich jemand damit vorbereiten wollen: Sogar die neuesten Partien darin sind dort schon sechs Jahre alt ...

Natürlich gibt es auch bei der FIDE eine Rating-Card des Bayern-FM; neben den erwartbaren Informationen sieht man dort, dass die Weltschachföderation ihre Idee, nun sogar Elos für Schnellschach- und Blitzpartien zu vergaben, tatsächlich wahr gemacht hat. Sieht aber zumindest hübsch bunt aus.

Eigentlich ist für den Fernschachspieler ja schon die normale Turnierbedenkzeit reinstes Blitzschach, geht man dort doch mit Distanzen von 30 oder 50 Tagen für 10 Züge um. Dennoch ist FM Bocksberger sowohl im Schnellschach als auch im Fernschach erfolgreich - eben ein Multitalent. Das ist, als liefe ein 100m-Sprinter auch noch auf der Marathonstrecke "in die Medaillen".

Zwischenstunden

Johanna Kirchner und Maxima Schreer

Zwischen Runde zwei und drei ist es bei einem 5-rundigen Turnier sinnvoll, in Form eines Zwischenstandes über den Stand der Dinge zu berichten. Fangen wir doch einmal dort an, wo die Fotografinnen morgens schon ″fix unterwegs″ sein müssen, um die Spieler überhaupt noch am Brett zu erwischen.

In der Gruppe F steht das Ergebnis öfters mal schon noch während der ersten Spielstunde fest. An den letzten beiden Brettern haben sich Maxima Scheer und Johanna Kirchner gaaaaanz fest vorgenommen, ihre 0 Punkte klar zu verbessern, was ja auch schon mit jedem Remis der Fall sein würde. Wir drücken beiden die Daumen! Allein an den vorderen fünf Brettern dieser Gruppe spielten Teilnehmer, die vor der dritten Runde noch 100% aufwiesen. Sven Kauzmann, Nummer drei der Setzliste, war noch unter ihnen, die Nummern eins und zwei aber hatten auf dem Weg ins Finale wohl schon (natürlich nur aus taktischen Gründen ...), zumindest einen halben Punkt investiert.

In der E-Klasse saßen an den insgesamt 17 Brettern nur noch fünf Spieler mit der berühmten ″weißen Weste″, als die hoffnungsvolle Eröffnungsmelodie aus ″Chess″ den Rundenbeginn ankündigte. Hoffen wir, dass es so wenige wie möglich sind, die am Ende der Begegnung einen Trauermarsch zu hören glauben!

Für Familie Hund, hier in Bad Soden nur im Duo (Mutter Barbara mit Tochter Sarah) angetreten, könnte das Turnier vor Runde 3 am besten gleich wieder aufhören. Die weibliche Großmeisterin Barbara Hund stand mit 1,5 Punkten in ihrer Gruppe A sehr gut da und Sarah führte (freilich zusammen mit noch sechs anderen Spielern) mit 100% die Gruppe D an. Beide spielen erst ihr elftes Turnier in dieser Serie – vielen kommt es so vor, als seien sie schon seit zwanzig, dreißig Turnieren mit diesen netten beiden Schachspielerinnen vertraut.

FM Michael Stockmann und FM Stefan Bocksberger

In der Gruppe A finden wir den  Frankfurter Lokalmatador FM Michael Stockmann, DWZ 2263, Elo 2297 von den Schachfreunden Schöneck am Brett 1 im ″Gigantenduell″ mit FM Stefan Bocksberger, über den wir oben schon berichteten. Letzterer hatte auf dem Weg irgendwo einen halben Punkt liegen lassen, so dass er ″erst″ 1,5 aus zwei aufwies und nun gewiss gerne gewonnen hätte. FM Stockmann hingegen hatte sich in der zweiten Runde gegen den starken Bremer Frank Peters durchsetzen können und wies noch 100% auf dem Konto aus. Für Spannung war also gesorgt!

Jetzt, nach der dritten Runde, sieht man schon klarer

Es gibt einen eindeutig Führenden im Turnier! Lokalmatador FM Michael Stockmann (Elo 2299) setzte sich in der A-Gruppe auch gegen FM Stefan Bocksberger durch und hat nun in dieser Gruppe mit 3,0 Punkten stattliche 100%. In der vierten Runde hat er Weiß gegen den versierten Bundesliga-Spieler FM Berthold Bartsch (2242) aus Forchheim, der mit 2,5 Punkten momentaner Zweiter ist. Ebenfalls 2,5 Punkte weisen Matthias Niesel, Manuel Dargel und Axel Stephan auf.

In der B-Gruppe ist die Stellung unklar. Es sind noch drei Strategen, die mit 100% eine Weste aufweisen, die so weiß ist, wie sie keine Waschmittelwerbung besser hinkriegen könnte. Dominik Will, der erst 11-jährige Kevin Schröder und Lokalmatador Ralph Blum bilden das Führungstrio. Das Wesen des Schweizer Systems erzwingt es, dass stets die momentan punktgleichen Spieler gegeneinander antreten müssen, so dass klar ist: Am Ende dieser Runde kann es höchstens noch zwei Spieler mit den magischen 100% geben und morgen nur noch einen. Das große Talent Kevin Schröder wird mit Schwarz spielen, zweifellos eine weitere Herausforderung für das Kind aus Paderborn. Kevein weist trotz seiner jungen Jahre schon eine Elozahl von 2009 auf. Das berechtigt vielleicht zu vielen weiteren Hoffnungen für seine schachliche Zukunft.

Auch in der C-Gruppe gibt ein ein Führungstrio. Die Spieler sind zum Teil aus recht weiter Entfernung angereist, haben vielleicht noch während der Fahrt geübt und ernten jetzt eben die Früchte dieser Arbeit. Jakob Kneip ist einer von diesen Jungs mit 3,5 Punkten. Er spielt für den TV Fischbek Suederelbe, und für den, der nicht weiß, wo das liegt, sei gesagt: Es gehört noch gerade zu Hamburg und befindet sich schon fast in der Lüneburger Heide. Hermann Löns wird man dort nicht mehr begegnen können, wohl aber dem fast ebenso bekannten Oberschiedsrichter der DSAM, Jürgen Kohlstädt,der diesem Verein ebenfalls angehört. Thorsten Amrhein aus Barsinghausen ist der zweite Spieler mit 3,5 Zählern und  Andreas Rönsch ist der dritte. Schachfreund Rönsch kommt aus Mühlheim und wer jetzt ruft: ″Ah, kenne ich, liegt an der Ruhr!″, der muss sich korrigieren: Es handelt sich um Mühlheim am Main, also ″gleich ums Eck″.

Samuel Fieberg

Viele blicken aber bewundernd (oder sich wundernd?) auf das Brett 4 dieser Gruppe, wo nun mit weiß der erst elfjährige Samuel Fieberg (SG Porz) gegen Robert Schumann antritt. Der aus Köln angereiste Samuel hat immerhin auch schon eine Elo von 1893, war Zweiter der Setzliste und dass er an den vordersten Brettern zu finden ist, kann also niemand als zufällig empfinden. Es ist schön zu sehen, dass der Deutsche Schachbund anscheinend an allen Ecken und Enden seines geographischen Gebiets so viele, sehr junge Talente finden kann, die oftmals gerade in der DSAM ihre schon erstaunliche spielerische und schöpferische Kraft erproben.

In der Gruppe D gilt: Erfolgreiche, junge Damen müssen ″Sarah″ heißen. Sarah Pieck vom ″C4 Chess Club″ hat nach drei Runden 3,0 Punkte – mehr geht nicht. Ob das C4 im Namen ihres Vereins für das Kürzel eines wohl leider nicht mehr produzierten, kleinen Autos steht ... wir werden versuchen, sie bis morgen auch danach zu fragen. - Sarah Hund, die für den ″SK Freiburg Zähringen 1887″ spielt, wurde weiter oben schon erwähnt; mit 2,5 Punkten liegt sie um eine Nasenlänge (eigentlich um einen Buchholzpunkt) vorne im Verfolgerfeld.

Zwar haben wir den beiden hier den Vortritt gelassen, aber natürlich soll der Leser erfahren, dass Gerhard Späth aus Burlafingen und Matthias Groth aus dem ″ostelbischen″ Lauenburg mit 3,0 Punkten den ersten und zweiten Platz inne haben. Wird das so bleiben? Werden sich die Erfolgs-Sarahs doch noch weiter nach vorne schieben? Gehen Sie nicht weg, bleiben Sie dran an Ihren Empfangsgeräten, wir melden uns bald wieder ...

In der Gruppe E finden wir sechs Spieler, die sich wie beim Radsport die ″Führungsarbeit″ teilen; eine Radbreite voran Frank Stolzenwald mit 3,0 Punkten, in Griffweite seiner Fahrradkette das folgende Quintett mit Oliver Posnia, Steffen Will, Daniel Schwichtenberg, Tobias Niesel und Detlef Krüger. Wird einem von ihnen die Luft ausgehen? Morgen wissen wir mehr!

In der Gruppe F, wo oftmals die Jüngsten, gelegentlich eben auch die Talentiertesten ihre Kreise (mit dem Springer) ziehen, gibt es unfassbare vier Spieler, die noch immer unbefleckte 100% aufweisen! Sven Kauzmann, Hanna Dorisz Gröger, Yuzhang Zong und Roman Zorn sind diejenigen, die jetzt natürlich die besten Chancen auf den Einzug ins Finale haben (zur Erinnerung: Dafür reicht auch noch Platz 6) – aber noch sind zwei Runden zu spielen! Bleiben Sie dran, gehen Sie nicht weg ...

Sieger, Ehrungen und Jubilare

Stephan Hösl (SC Roter Turm Albstadt) und Christopher Halbig (SV 1934 Frankfurt-Griesheim) hatten am Abschlusstag des Turniers Geburtstag und wurden von Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan nebst Team herzlich beglückwünscht. Wer weiß, vielleicht gibt es ja kurz nach dem Mittagessen und nach dem letzten Königszug noch einen weiteren Preis ″obendrauf?″ mag sich mancher gedacht haben.

Eine schöne Tradition unseres Turniers ist mittlerweile die Ehrung der ″Jubilare″ geworden. Damit sind jene Spieler gemeint, die zum zehnten, fünfundzwanzigsten oder gar fünfzigsten Mal an einem Turnier der DSAM teilnehmen. Zum zehnten Mal dabei sind heuer Karsten Bunk, Michael Keuchen, Bianca Stolcz und Hanna Dorisz Gröger. Alle vier erhielten einen bronzenen Springer in Form des Logos unserer Veranstaltung an das Revers geheftet.

Strahlende Gesichter, Preise und Titel

Der Pokal der DSAM 2012/13 ist farbig!

Das erste Qualifikationsturnier der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft 2012 in Bad Soden wurde mit Jubel, Freude und Überraschungen abgeschlossen. Die Messen sind gesungen, die Preise sind vergeben und schon wird nach dem nächsten Turnier gefragt – das am 16. bis 18. November 2012 in Magdeburg stattfinden wird. Aber halt, so weit sind wir doch noch lange nicht!

Walter Pungartnik, Referent für Breitenschach im Deutschen Schachbund, fand wieder einige humorvolle Worte bei der Übergabe der werthaltigen Preise an die glücklichen Sieger. Grün war die vorherrschende Farbe! Die einzigartigen Springer-Skulpturen der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft haben diesmal eine leicht grünliche Einfärbung, vielleicht als Zeichen der Hoffnung für das Finale?

″Nicht lange nachdenken, Bauern nach vorne und Königsangriff!″ Nach diesem schönen Motto des Ex-DSB-Referenten für Breitenschach, Ralf Schreiber, wurde in Bad Soden so manche durchaus sehenswerte Partie geführt – nicht immer erfolgreich, aber kommt es darauf denn immer an? Wir alle spielen Schach, um Spaß zu haben, gerade hier. Wir alle wollen natürlich auch gewinnen, das ist schließlich der Sinn des Spiels. Vielleicht wird das alles bei der DSAM einfach etwas freundlicher, gelassener, heiterer als anderswo vollzogen.

Strahlender und souveräner Sieger der Gruppe A wurde der Frankfurter FM Michael Stockmann (Elo 2297), mit 4,0 Punkten. Ein Remis in der Schlusskurve trug ihn zielsicher auf den besten Aussichtsplatz des Siegerpodestes und Walter Pungartnik freute sich, dem hessischen Lokalmatador den ersten Preis überreichen zu können. Damit hat er sich ebenso wie die nachfolgenden fünf Spieler für das Finale der DSAM qualifiziert, das zwischen dem 30. Mai und dem 1.Juni in Kassel, also auch in Hessen, stattfinden wird.

Natürlich nimmt das Rennen um die ersten Plätze in einem so kurzen, fünfrundigen Turnier immer einen knappen Ausgang. Das gibt jedem ″platzierten″ Spieler, egal in welcher Gruppe, immer wieder breiten Raum für Sätze wie: ″Wenn ich in der x-ten Runde doch einfach nur den Springer nach xy gezogen hätte, wäre ich hier als Sieger durch die Tür gegangen ...″. Stimmt. Das ist so. Das ist aber auch bei jedem Tennisspieler so. Wenn der im ersten Satz bei ″vierzigfuffzehn″ den Topspin (immer nur wegen der zu tief stehenden Sonne) nicht verrissen hätte, gäbe es jetzt auch einen anderen Wimbledon-Sieger. So funktioniert eben Sport. Und so sind eben Menschen – wir alle.

Aber FM Berthold Bartsch (Forchheim) würde als ein jederzeit fairer Sportsmann nie in dieser Art lamentieren. Das musste er auch nicht, schließlich wurde der aktive Bundesligaspieler mit einer soliden Leistung und 3,5 Punkten Zweiter. Ebenso viele Punkte errang FM Manuel Dargel (Hamm) und wurde wegen der Feinwertung Dritter. So wurden also alle drei FM in dem Turnier sozusagen ihrem Titel gerecht und siegten. Axel Stephan (Hamburg) schaffte ebenso viele Punkte, aber der Feinstaub ... So wurde er Vierter und zwar vor dem mit ebenfalls 3,5 Punkten abschließenden Mathias Niesel (Köln). Der sechste Platz qualifiziert noch für das Finale, ist deshalb wichtig und wurde in der A-Gruppe als Buchholzbesten der Spieler mit 3,0 Punkten von Prof. Dr. Matthias Kiese eingenommen.

In der Gruppe B war es wie eigentlich immer in diesem Turnier spannend! Vor der letzten Runde hatten wir drei Spieler mit dreieinhalb Punkten an der Tabellenspitze und gaaaanz viele mit drei Punkten ... Am Ende siegte Dominik Will (Nauheim), indem er in der finalen Runde mit Weiß Ralph Blum (Frankfurt) besiegte und mit 4,5 Punkten starker Sieger dieses Turniers wurde. Schachfreund Blum wurde mit 3,5 Punkten Fünfter und kann also auch am Kasseler Finale teilnehmen. Zweiter in dieser Gruppe wurde Harald Schroeter (Stuttgart), mit 4,0 Punkten.

Ebenso viele Punkte erzielten Thomas Biegel (Steinbach), Kevin Schröder (Lippstadt), die ...  beide  Dritter wurden! Wie kam das? Nun, beide Schachfreunde wiesen 4,0 Punkte auf, beide hatten 11,5 Buchholz-Punkte und beide hatten 8,25 Sonneborn-Berger-Punkte auf dem Spielerkonto. Zwar wurde dennoch gelost, aber das eben nur noch um den Pokal bzw. um die Preise. Die sind nun mal für die jeweiligen Plätze unterschiedlich und können nicht geteilt werden. Den Springer für den 3. Platz erhielt nach dem Auslosen der erst 11-jährige Kevin Schröder.

Hart umkämpfte Spitzenbretter der C-Gruppe in der letzten Runde.

Die Frage um die Sieger der C-Gruppe war ″bis kurz vor knapp″ noch völlig offen. Wie unfassbar eng es zuging, zeigt die Tatsache, dass am Ende vier Spieler mit 4,0 Punkten das Spitzenquarttet bildeten. Man muss also nicht unbedingt jede Partie gewinnen, um bei der DSAM ganz vorne zu landen. Thorsten Amrhein (Barsinghausen) war der Teilnehmer unter ihnen mit der besten Feinwertung. Ihm folgten mit gleicher Punktzahl Andreas Rönsch (Mühlheim / Main), Ralph Pabel und dessen Clubkamerad Thomas Mager (beide Mainaschaff). Unter den Spielern mit 3,5 Punkten war Jakob Kneip (Fischbek Suederelbe) der Wertungsbeste, gefolgt von Michael Buller (Goldstein), der als Sechster ebenfalls noch ein Ticket für das Finale erlangte.

In der Gruppe D hatten die Damen das Wort, genauer: jene, die  Sarah  heißen! Als erste hörten wir von Sarah Hund, die vor der Schlussrunde mit 3,5 Punkten unter den Führenden war: remis. Würde das zum ersten Platz reichen? Ja – wenn die anderen auch remisieren würden (jedenfalls war das in erster Näherung zu vermuten). Aber da ist auch eine zweite Sarah! Die war ebenfalls in der Führungsgruppe, hatte Schwarz, spielte damit gegen Ralf Thonig, tat das ungemein erfolgreich, gewann die Partie und damit hat die Gruppe D eine Siegerin mit 4,5 Punkten: Sarah Pieck vom C4 Chess Club, aus dem Siegerland! Wir gratulieren herzlich.

Matthias Groth (Lauenburg) wurde in dieser starken Gruppe Zweiter und erzielte ebenso 4,0 Punkte wie die ihm nachfolgende Sarah Hund (Freiburg). Es war Rainer Mothes (Waldkirchen), der eine etwas bessere Feinwertung als Werner Hurek (Manheim) aufwies und so mit 4,0 Punkten Vierter wurde. Der Sechste Stefan Tatlak (Hamburg) war der feinwertungsbeste Akteur mit 3,5 Punkten und hat damit ebenfalls einen Platz für das Finale gebucht. Der oben erwähnte Ralf Thonig (Bischofsrode) wurde hinter Markus Flüchter (Soest) Achter.

Die E-Klasse war spannend bis zum letzten Zug! Immer wieder versuchte die Redaktion, noch vor Abschluss der allerletzten Partien eine halbwegs verlässliche Wasserstandsmeldung zu erlangen, um ″die ersten Sechs″ (waren das in dem Western nicht immer sieben...?) zu Papier zu bringen, allein ... die am Ende offenbar den Ausschlag gebenden Feinwertungen im Voraus abzuschätzen, war einfach zu unsicher.

Und dann doch! Um 13:21 Uhr kam das Ergebnis in der Redaktion an. Drei Spieler errangen 4,0 Punkte und das Trio war unter sich klar durch ″die Buchhölzer″ geteilt. Sieger der D-Gruppe in Bad Soden 2012 wurde Oliver Posniak (Nauheim), gefolgt von Frank Stolzenwald (Hamburg) und Detlef Krüger, der sich somit selbst für die lange Anreise aus Fredersdorf / Vogelsdorf belohnte, das zwischen Berlin und Frankfurt / Oder liegt. ″Du bist weit weg von zu Hause, Fremder″, hörte ich in dem Western jemanden knurren. Hier ist es anders: Die DSAM mit Spielern und Organisatoren freuen sich über ihre angereisten Schachfreunde, die Anlass zu neuen Bekanntschaften bieten.

Bis zum siebten Platz zog sich die Gruppe derer, die in diesem Leistungsbereich 3,5 Punkte erzielten, es musste also wieder die Feinwertung her. Vierter mit 3,5 Punkten wurde Tobias Niesel (Brühl). Ebenso viele Punkte erzielte der Fünfte Felix Schlitzer aus Wiesbaden und auch der Sechste Daniel Schwichtenberg (Gladenbach).

In der Gruppe F sind viele noch sehr junge Spielerinnen und Spieler vertreten, oftmals auch Teilnehmer, die bisher einfach noch kein Rating erlangt haben - beide sind schwer einzuschätzen. Ein Kind kann noch vor wenigen Monaten noch recht unzulänglich gespielt haben (ein Euphemismus für ″grottenschlecht″) und dann, nach einer unerklärlichen Erleuchtung, folgt eine Leistungsexplosion – häufig genug genau an Deinem Brett und zwar in Deiner Königsstellung. Du hörst noch von irgendwo eine helle Stimme piepsen: ″schachmatt″, und Dich selbst, eher dumpf, ″danke für die Partie, gut gemacht″ ... und das war dann der Sonntag. So ist das eben im Schach. Und genau das ist Sport.

Zwei Spieler haben in der F-Gruppe 4,5 Punkte erzielt, nämlich der in der Feinwertung etwas bessere Sven Kauzmann (Sfr. Erbach) und der Zweite Roman Zorn (Lauterbach). Vielleicht einmal kurz Luft holen, innehalten ... das sind 90% der möglichen Punkte! Eine tolle Leistung, zu der wir herzlich gratulieren. Ebenso wie diese beiden haben die nachfolgenden vier Spieler sich für das Finale in Kassel qualifiziert: Hanna Dorisz Gröger, Hartmut Unruh, Werner Harders (alle 4,0 Punkte) sowie der starke Fernschachspieler Andreas Winkler [3,5 Punkte, Preußen Frankfurt (Oder)]

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