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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft
RAMADA Cup 6³   2011/2012

Qualifikationsturnier Brühl-Köln

17. bis 19. Februar 2012

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Spielort:

RAMADA Hotel Brühl-Köln

Ralf Mulde berichtet aus Brühl-Köln

In Brühl 2012 wird "gelaskert"

Das Dreigestirn in Brühl: Heinz Jung, Ralf Niederhäuser, Ulrike Güttler-Lieven (v.l.n.r.)

Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) in Brühl wurde mit 340 Teilnehmern eröffnet. Die in kölsches Rot-Weiß gewandete Hoteldirektorin Ulrike Güttler-Lieven meinte kanevalistisch lächelnd, dass natürlich in Betracht gezogen werde, das Hotel auszubauen, nachdem das Turnier nun doch schon zum zweitenmal schon recht früh einen Anmeldestopp verhängen musste. Sollte also die DSAM jede Woche mit dieser Teilnehmerzahl in Brühl stattfinden, werde man dieses Projekt gerne ernsthaft in Erwägung ziehen. Ja, so geht’s eben zu im Karneval.

Auch der stellvertretende Brühler Bürgermeister Heinz Jung (SPD) musste gleich zu Beginn seiner Begrüßung darauf hinweisen, dass seine Stimme nun schon karnevalistisch geschädigt sei, wofür natürlich jedermann volles Verständnis hatte. „Hier im Rheinland ist in diesen Tagen Ausnahmezustand“, und er lud besonders die von auswärts kommenden Spieler ein, sich doch einmal den „närrischen Elias“ , also den Brühler Karnevalsumzug zu betrachten.

Der Präsident des Schachbundes Nordhein-Westfalen, Ralf Niederhäuser, überreichte namens des Deutschen Schachundes eine Auszeichnung; keine Plakette, keinen Karnevalsorden, sondern einen Scheck über 500,--. Der ging an den Brühler Schachklub 1920 e.V. und wurde von Friedrich Heuser im Namen seines Vereins dankbar entgegen genommen. Grund für diesen Betrag, mit dem die Brühler Jugendabteilung unterstützt wird, war eine enorme Werbeaktion in einem Brühler Einkaufszentrum. Am „Tag des Schachs“ wurden zumindest kurzzeitig rund 800 Passanten für das Schachspiel begeistert.

Ralf Niederhäuser machte in seiner schachlichen Büttenrede nun einen lang ersehnten, bahnbrechenden Vorschlag. „Eine milde Nachsicht umwabert den, der Schach spielen geht“, während normale Männer doch Fußball gucken, sich von den karnevalistischen Auszehrungen erholen oder schlicht ihrer Ehefrau die Zeit stehlen ... Die sich aufdrängende Lösung dieses Problemes müsse nun sein, „Schach spielen“ einfach umzubenennen, es damit sprachlich akzeptierter zu machen, so wie es schon mit „wulffen“, „gutenbergen“, und ehedem mit „fringsen“ geschah.

Kasparow als Vorbild für eine ähnliche Wortschöpfung („kaspern“) zu nehmen, biete sich nun ebenso wenig wie Fischer („fischen“) an, also sei brillantklar: Wir gehen „laskern“. Schachspieler gehen nicht mehr „schach spielen“, sondern sie laskern. Es bleibt nur noch abzuwarten, ob dieses Wort nun von diesem Turnier aus seinen Siegeszug durch die Welt antreten wird.

Büttenrede zur Eröffnung von der Hoteldirektorin Ulrike Güttler-Lieven

Büttenrede von Ulrike Güttler-Lieven

Es ist nun schon zum 11. Mal,
dass Sie hier sind in diesem Saal,
Sie sind gekommen von Fern und Nah,
um Schach zu laskern, sind Sie da!
Und nebenbei ist Karneval,
da ist die 11 `ne tolle Zahl.

Und deshalb hab ich im Internet geschaut
Und bei Google und Wiki ein bisschen geklaut,
was sich denn da so alles findet,
was Karneval und 11 verbindet.

Am 11.11. geht es los,
dann ist der Karneval der Boss!
In Sitzungen gibt’s den Elferrat,
hier sind wir noch nicht ganz parat…

Im Mittelalter hatten die Leut es schwer,
11 im Althochdeutsch stand für „eins mehr“,
denn die, die die 10 Gebote übergehn,
dann leider in Sünde und Maßlosigkeit stehn.

Im Karneval sind alle gleich,
ob dick, ob dünn, ob arm, ob reich,
auch bei der 11 steht 1er bei 1er,
2 gleiche Zahlen: Unterschied: keiner!

Der Kölner an sich gehört zu den Braven,
hat er doch eig’ne 11 Paragraphen
mit Kölscher Seele und „kölschem Hetz“:
man nennt es: Kölsches Grundgesetz.

Durch Zufall hab‘ ich’s auf dem Rücken,
da können Sie später drüber blicken,
und checken, ob die weisen Phrasen
vielleicht auch in Ihr Leben passen.

Nun wünsch‘ ich Ihnen, liebe Leut‘,
habt Spaß und macht Euch ganz viel Freud‘!

Alaaf!

Sarah Hoolt wurde bei DSAM zur kölschen Schachprinzessin

Die amtierende Deutsche Meisterin gab sich in Brühl die Ehre! Erst vor ein paar Monaten im Jahr 2011 errang die jetzt 24-jährige Sarah Hoolt (Elo 2254) die Krone des deutschen Frauenschachs und, noch mehr, vor einer Woche im Februar 2012 war klar, dass sie ab jetzt weibliche Großmeisterin ist. Die dritte Norm war geschafft.

Solchermaßen gerüstet traf die sympathische Spielerin der Deutschen Nationalmannschaft am Freitag in Brühl ein. Ein Simultan gegen zehn Teilnehmer der Deutschen Amateurmeisterschaft (DSAM) stand an und das ist bei einem Uhrensimultan keine leichte Sache. Einige Kolleginnen hatten den Amateuren schon vor ihr diese große Freude bereitet. Gerade wenn ein Spieler der vielleicht noch nicht ganz so starken Leistungsklassen gegen einen Simultanspieler siegt, wird er „zu Hause“ im Verein mindestens zehnmal erzählen, wie im dieses Glanzstück des Weltschachs gelungen war. Insgesamt ist die DSAM eine Werbung für das Schach und die Zusammenarbeit mit dem Kreis der Frauen-Nationalmannschaft ist für alle ein hübscher Baustein davon.

Aber die Nationalspielerinnen haben natürlich weder Bauern noch Punkte zu verschenken! Jede von ihnen, Ketino Kachiani-Gersinka, Elena Levushkina und Marta Michna sowie Jugend-Vizeweltmeisterin Hanna Marie Klek gaben alles, um ein richtig gutes Ergebnis zu erzielen. Das mussten sie auch, weil die Gegnerschaft eben keineswegs schwach war und weil beim Uhrensimultan mit 25 Min. Bedenkzeit (plus 10 Sek. pro Zug) eben am Ende für den Simultanspieler „das Gerenne“ losgeht.

Noch im Interview mit Bernd Rosenbaum von der „Kölnischen Rundschau“ am Rande des Ereignisses war der BWL-Studentin völlig klar, dass sie beim Simultan schon von Anfang an mächtig auf die Tube drücken müsse, um nicht am Ende in Zeitnot zu kommen und ganz am Anfang nach 1.e4 und den üblichen Theorievarianten klappte das auch ganz prima. Aber dann kam Fritz Sämisch. Oder auch Sammy Reshevsky. Beide waren für ihre Schachkunst, aber eben auch für jeweilige horrende Zeitnot bekannt. Und irgendwie spielten die plötzlich beide mit und zwar auf seiten der Deutschen Meisterin.

Das Simultan im Foyer des RAMADA Hotels erwies sich als echter Zuschauermagnet. Mit zunehmender Spielzeit stieg die Spannung. An mehreren Brettern „hing“ das Blättchen (bei elektronischen Uhren gibt es gar kein Blättchen mehr, aber so klingt es einfach dramatischer) und Sarah Hoolt hatte an mehreren Brettern nur noch zehn Sekunden. Von links nach rechts gehastet, rasch gezogen, sich auf den Hacken umwendend, für die durchtrainierte Volleyballspielerin kein Problem, kurz auf das Brett schauen, mit einem raschen Zug den einmal gefassten Plan fortsetzen, sofort zum nächsten Brett, schnell, schnell, nur nicht die Zeit überschreiten … so ging es in fliegendem Tempo von links nach rechts und gleich wieder zurück. Zum Glück gibt es pro Zug einen Bonus, so dass nach einer Serie schneller Züge endlich doch die Bedenkzeit wieder anwächst, aber „schnell ziehen“ ist leicht gesagt, wenn die Bretter zufällig weit auseinander stehen und hier und da auch noch komplizierte Stellungen zu beherrschen sind.

Das eigentlich Überraschende war, dass die Bundesliga-Spielerin am Ende doch nur eine einzige Partie „auf Zeit“ (gegen Uwe Rokitta [SC Siegburg, DWZ 1719]) verloren hatte, in drei Begegnungen ins Remis einwilligen musste (gegen Thomas Endres, [Koblenz, DWZ 1761], Patrick Warmbach, [SG Siebengebirge, 1787] und gegen Matthias Bauer [Güningfeld, 1559]) und sechs Spiele gewann und zwar gegen Elias Wenzke [Köln-Müheim. DWZ 1160], Ewald Engel [Bollendorf, 1535], Samuel Fieberg, [SG Porz, 1507], Christoph Fieberg, [SG Porz, 1752], Jürgen Pölig [Wolfenbüttel, 1806] und Daniel Stein [Bad Dürkheim, 1536].

Gut gefallen hat uns ihre pfiffige Antwort auf die Frage des Deutschen Schachbundes „Mit welchem Slogan würden Sie für das deutsche Frauen-Team werben?“ worauf sie sagte „Die klügsten Frauen Deutschlands – die Schach-Nationalmannschaft!“ Und eine davon, noch dazu eine charmante junge Dame, war bei uns in Brühl zu Gast.

Einer wird gewinnen!

Blick in den Turniersaal

Vor der letzten Runde sollte man einen Blick auf die Tabellen werfen. Sind diejenigen vorne gelandet, die dort auch von der „Papierform“ her stehen sollten? Oder haben einige doch eher den Urlaubs- und Entspannungsteil dieses angenehmen Wochenendes im Hotel unter Freunden genutzt und dabei die schachlichen Herausforderungen ein paar Momente lang nicht so wie sonst gewürdigt?

In der Gruppe A, auf die sich natürlich aller Augen zuerst richten, haben zwei Spieler 3,5 Punkte und spielen, oh Wunder im Schweizer System, nun gegeneinander: FM Berthold Bartsch (DWZ 2234 / Elo 2264, Forchheim) und Lukas Winterberg (2121/ 2159, Heimbach-Weis/Neuwied). Aber natürlich haben auch die Spieler mit 3,0 Punkten noch intakte Chancen auf den Platz an der Sonne, also Jan Mantau (2172 / 2221, Godesberg), Dr. Frank Hoffmeister (2176 / 2167, Eppstein) und der rating-stärkste Spieler des Turniers, Martin Molinaroli (2255 / 2288, Münster).

In der B-Gruppe sieht man fünf Spieler mit 3,5 Punkten Arm in Arm in kölsch schunkelnder Bewegung des Frohsinns an der Spitze: Martin Wecker, Rainer Wagner, Julian Eigemann, Sebastian Brandt und Christian F. Köhler. Dahinter – und zwar ziemlich knapp dahinter – folgt aber schon ein beträchtliches Feld jener hungrigen zehn Spieler, die mit 3,0 Punkten nur auf den kleinsten Ausrutscher des führenden Quintetts warten. Glücklicherweise ist es wärmer geworden, die Eisdecke ist nicht mehr vorhanden, aber … ausrutschen kann man immer noch!

In der Gruppe C sind am ersten Brett die einzigen Spieler dieser Gruppe zu besichtigen, die in diesem Turnier bisher noch 100% aufweisen. Wird Patrick Wambach (DWZ 1787, SG Siebengebirge), der als Fünfundvierzigster der Setzliste in das Turnier ging, diese geradezu unheimliche Serie fortsetzen können? Oder wird doch Konstantin Berger (1837, SF Essen-Werden), der ebenfalls 100% erspielte, im nunmehr stattfindenden direkten „Duell der Giganten“ mit Schwarz siegen und seinerseits die volle Punktzahl erreichen? Man weiß es nicht. Der Saal fiebert mit. Gleich dahinter sind nämlich zumindest Jörg Grabenhorst (1857, Gliesmarode) und Heinz Rummelshaus (1891, Düsseldorfer Schachv. 1854) mit 3,5 Punkten ebenfalls flott unterwegs!

In der Gruppe D ist am Spitzenbrett sogar wieder ein Spieler zu bestaunen, der auf 100% gekommen ist! Es handelt sich um Daniel Stein (1666) vom SC Bad Dürkheim. Fast mit ihm Schritt halten konnte bisher nur Tugay Evsan (1652, Königsspringer Lüdenscheid), der 3,5 Punkte aufweist. Aber die beiden spielen ja nun in der Schlussrunde gegeneinander, so dass sich die nachfolgenden elf (!) Spieler, die 3,0 Punkte aufweisen, mit Caissas Hilfe durchaus noch einige Chancen „auf irgendwas“ ausrechnen können.

Ganz ähnlich ist die Ausgangssituation in der Gruppe E. Auch hier gibt es einen Spieler mit 100%, nämlich Johann Becker (1496, TV Witzhelden), dem aber Frank Erdmann (1456, Taucha) mit 3,5 Zählern auf den Hacken klebt. Hinter diesen beiden sehen wir ein Feld von wiederum elf Spielern mit 3,0 Punkten, für die dasselbe wie für ihre in selber Situation befindlichen Kollegen aus der D-Gruppe gilt.

Man weiß nicht so recht, wie die das machen, aber in der Gruppe F gibt es gleich zwei Strategen, die noch 100% haben! Es ist jedoch absolut sicher, dass das nicht so bleiben wird, denn die beiden spielen jetzt in der Schlussrunde gegeneinander, nämlich Samuel Statz (1019, Erftstadt – ein Lokalmatador!) gegen Mario Ehmig (noch kein Rating, Erfurter Schachklub, also von sehr weit angereist). Im Schweizer System gilt eben der Grundsatz des: „Es kann nur einen geben.“ Und um im Bild der Shootouts aller Western, Mantel- und Degen und Ritterfilme zu bleiben: Die Entscheidung fällt gegen. Eigentlich wird es rund eine Stunde später geschehen, denn die Runde wird wie alle anderen auch pünktlich beginnen und enden, aber das passte gerade so schön.

Maskottchen im Hotel

Und wie schon vom Sprecher der DSAM, Dr. Dirk Jordan, vor der vierten Runde gesagt wurde: Dieses Turnier beginnt mit der Eröffnung und es endet mit der Siegerehrung. Das bedeutet: Errungene Preise werden nur persönlich an den betreffenden Spieler übergeben. Wer abwesend ist, kann nicht seinen Kumpel zum Abholen schicken. Die Qualifikationen (Platz 1-6 jeder Gruppe) für das Finale verfallen natürlich nicht. Und es sei darauf hingewiesen: Immer wieder gelangen Spieler in die oberen Ränge, die damit anscheinend überhaupt nicht mehr gerechnet hatten und abreisten, so dass ihr Preis verfiel. Zu Hause wird dann das Gejammer groß gewesen sein …

Manch einer rechnet auch nicht damit, welchen Schatz er bei der DSAM für wenig Geld erwerben könnte. Es handelt sich um das Buch „10 Jahre Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft“, das jeweils ein Bild von absolut jedem Teilnehmer zum Inhalt hat, der in diesen zehnten Jahr mitgespielt hat, selbstverständlich mit Namen. Eine Menge lustiger Geschichten aus dieser langen Turniertradition finden sich in dem Buch, einige Partien und vieles mehr. Es ist eigentlich ein „must have“ und in jedem Fall ein hübsches Mitbringsel für zu Hause („guck mal, hier bin ich auch drin“ … und Jahre später: „guck mal, so habe ich damals ausgesehen – und das da, ist das nicht der Heinz?“) Das Buch kann über die zum Vorzugspreis von 25,-- Euro (plus 3,49 Euro Versandkosten) bestellt werden. Interessenten wenden sich bitte unter Angabe Ihrer Anschrift ganz einfach per E-Mail an Ramada-Cup@pixelnet.de. Auch beim DSAM-Team kann das Buch direkt gekauft werden.

Ehrungen bei der DSAM

Eine hübsche und noch recht junge Tradition der DSAM ist es, den Spielern einen „bronzenen Springer“ zu übergeben, die zum zehnten Mal am Turnier teilgenommen haben. Dabei handelt es sich nicht um eine Skulptur, sondern um ein recht großes, weithin sichtbares Abzeichen in Form eines Springers, das am Revers getragen wird. Leo Evers, Franjo Buljovcic, Hermann Enneking, Franz Tham und Jörg Jakubzik waren die Spieler, die heuer damit für ihre zehnte Teilnahme diese kleine Anerkennung erhielten.

25 DSAM-Teilnahmen: Udo Hipler und Wolfgang Weiler

Udo Hipler aus der Gruppe E und Wolfgang Weiler aus der Gruppe A haben diese zehn Teilnahmen schon lange hinter sich. Die beiden wurden geehrt, weil sie hier in Brühl nun schon zum fünfundzwanzigsten Mal an einem Vorturnier der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft teilnehmen: Der „silberne Springer“ war ihnen damit sicher!

Rolf Reichel feierte während der DSAM in Brühl Geburtstag und erhielt als kleine Aufmerksamkeit vom "DSAM-Team" ein interessantes Buch überreicht. Es ist immer wieder schön, wenn einer der Teilnehmer so einen Feiertag gleichsam im Kreis der Schachfamilie begeht. Das geht immer unter großem Hallo, nettem Beifall und heiterer Stimmung vor sich.

Schachfreund Reichel spielt bei der Schachabteilung der Niederräder Turngesellschaft e.V., einem der ältesten Turnvereine im Frankfurter Südwesten und befindet sich im (allerdings gerade erst begonnenen) dortigen Clubturnier in der Führungsgruppe. In der Gruppe D (Rating 1501 - 1700) der DSAM 2006 / 2007, die in Kassel gespielt wurde, gelang ihm mit 4,0 Punkten der zweite Platz und im Dezember 2011 erhielt er in Aalen den „bronzenen Springer“ für zehn Turnierteilnahmen.

Schon einen Tag später gab es wieder Grund zum Feiern. Weil im Schach-Turniersaal Alkoholverbot herrscht (ja, auch während des Karnevals!), konnten zwar keine Sektkorken knallen, aber das DSAM-Team freute sich umso mehr mit der gesamten Schachspielerschar, Boris Prizker (SF Frankfurt) und Dominic Lenzen (Turm Büdingen) zum Geburtstag gratulieren zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch zum freudigen Ereignis, liebe Schachfreunde!

Einmal gelangen sogar 100%

Strahlender Sieger der Gruppe A wurde Dr. Frank Hoffmeister (SVG Eppstein). Ebenso wie die drei nachfolgenden Spieler schaffte er 4,0 Punkte, hatte aber die bessere Buchholzzahl als Martin Molinaroli (Münster). Dritter dieser „Phalanx der 4,0 Punkte“ wurde FM Berthold Bartsch (Forchheim), gefolgt von Lukas Winterberg (Heimbach-Weis), der also Vierter wurde. Nun folgte eine Gruppe von Spielern mit 3,0 Punkten – nein, es wurde keiner vergessen, niemand erzielte 3,5 Punkte. Dr. Volker Gassmann (Katernberg) hatte einen halben Buchholz-Punkt mehr als ,,, ja, wer eigentlich? Sechster wurde Andre Kienitz (Erkelenz) vor dem bereits durch ein anderes Turnier qualifizierten Jan Mantau (Erkelenz).

Turniersieger der Gruppe B war der zu Recht auf seine tolle Leistung stolze Julian Eigenmann (SG Porz), der mit 4,5 Punkten alleiniger Erster wurde. Die Kette der Spieler, die an sich schon unglaubliche 4,0 Punkte erspielte, reichte sogar bis zum neunten Rang, aber alle waren durch die erste oder zweite Feinwertung sauber getrennt. So ergab sich die Reihenfolge zwischen dem zweiten und sechsten Platz mit Martin Wecker (Godesberg), Rainer Wagner (VdS Stadtwerke Bonn), Jürgen Kuhn (SC Bendorf), Carlo Pauly (SG Porz) und Julian Grötzbach (Hamburger SK).

In der Gruppe C siegte Heinz Rummelshaus (Düsseldorfer Schachverein) mit 4,5 Punkten. Weil die Gruppe sehr groß ist und weil viele Spieler unheimlich gut waren, gab es aber mehrere Spieler, die mit diesem formidablen Ergebnis abschlossen – nur war deren Feinwertung etwas schwächer. So wurde Konstantin Berger (Essen Wehrden) Zweiter, Patrick Wambach (SG Siebengebirge) Dritter und erst der Vierte Daniel Vossen (Koblenz) war der feinwertungsbeste Spieler unter denen mit 4,0 Punkten.

Einen geteilten fünften Platz belegten Franjo Buljovic (Kerpen) und Herman Enneking (Osnabrück). Zwischen diesen auch in der Feinwertung komplett gleichen Schachartisten musste der Münzwurf über den nicht teilbaren Preis entscheiden. Der Schiedsrichter warf sein Kleingeld diesmal nicht so weit durch den Raum, dass er es nicht mehr wiederfinden konnte und so entschied das Los zugunsten von Schachfreund Buljovic. Spricht man zukünftig von „der Kerpener“, ist vielleicht Schach und nicht Autofahren gemeint.

In der Gruppe D durfte sich Daniel Stein (Bad Dürkheim) über seine großartige Turnierleistung und den verdienten Sieg freuen. Er ist der einzige Spieler in der gesamten DSAM Brühl 2012, der 100% erzielte! 5,0 Punkte aus fünf Partien, eine phantastische Leistung. Wer kann damit schon Schritt halten? In dieser Gruppe wirklich niemand. Aber auch 4,0 Punkte zu „erschachern“, ist einfach toll. Und das gelang den Spielern auf den Plätzen zwei bis fünf, die durch die Feinwertung sauber aufgefädelt wurden: Michael Domnick (Witzhelden), Harald Vossen (Koblenz), Melih Furkan Ucaroglu (Aachen) und Wolfgang Janssen (Dormagen). Der feingewertete beste Spieler derer mit 3,5 Punkten war Tugay Evsan (Königsspringer Lüdenscheid ) und qualifizierte sich damit für das Finale, einen halben Buchholz-Punkt vor dem Siebten.

Die Gruppe E wurde sichere Beute von Frank Erdmann (Taucha), ein Mann mit einem silbernen Springer am Revers – den erhielt er nicht für den Turniersieg, sondern für seine mehr als 25 Teilnahmen. In Brühl erspielte er mit 4,5 Punkten 90% und war damit alleiniger Sieger. Durch die Buchholz-Zahlen getrennt folgten ihm drei Spieler mit 4,0 Punkten, nämlich Johann Becker (Witzhelden), Jürgen Keßler (Wolfsburg) und Franz-Dieter Krug (Alsdorf).

Bei den nachfolgenden Spielern wurde es richtig spannend. Alle haben 3,5 Punkte. Die Teilnehmer auf Platz 5 und 6 haben auch eine gleiche Buchhholzzahl. Dennoch musste nicht per Münzwurf gelost werden, denn Ralf Kühlwein (Ford Köln) wurde Fünfter, weil er ein viertel Sonneborn-Berger-Pünktchen mehr auf seinem Konto hatte! Heidi Kuschel (Lauterbach) hatte also ganz knapp das Nachsehen und wurde Sechste. „Ganz knapp“ konnte aber auch der Siebte, Fredrik Botte (Wermelskirchen) sagen, den lediglich ein halber Buchholzpunkt vom Siebten trennte. Diese nur fünfrundigen Turniere sind eben „in den Rängen“ häufig sehr knapp.

In der Gruppe F gewann Mario Ehmig das Turnier. Er hat noch kein Rating und nahm die weite Reise aus Thüringen auf sich, um hier in Brühl mit uns Schach zu spielen, er spielt nämlich für den Erfurter Schachklub. Bis zur Schlussrunde hatte er es als „Nobody“ geschafft, 100% zu erzielen und nun fixierte die Schachwelt gespannt seine Partie mit Samuel Statz (Schachverein Erft), die remis endete. Damit waren die Plätze 1 und 2 vergeben.

Aber da drängten ja noch Spieler mit 3,5 aus 4 nach, die am Ende ebenfalls 4,5 Punkte geschafft hatten und nur wegen der etwas schlechteren Feinwertung hinter dem Duo Ehmig / Statz landeten, nämlich Johann Engel (Brühler SK) und Daniel Berker (SK Altenkirchen). Alle diese vier Spieler erzielten 90% der möglichen Punkte – eine tolle Leistung. Seriensieger Frank Stolzenwald, durch seine zahlreichen Erfolge Favorit dieser Gruppe, schaffte es diesmal nicht ganz und wurde Siebter. Marvin Witte (Dormagen), Henrik Meyer (Turm Euskirchen) waren diejenigen, die in der Gruppe der Spieler mit 4,0 Pkt. die beste Feinwertung hatten und so die wichtigen Plätze 5 und 6 belegten – das ist die Qualifikation für das Finale in Halle/Saale.

Alles Gute für Gerhard Hund

Joachim Gries ehrt Gerhard Hund

Unser seit langen Jahren hier in der DSAM lieb gewonnener Schachfreund Gerhard Hund beging am 4. Februar 2012 seinen 80. Geburtstag und wir alle freuen uns, ihm dazu herzlich gratulieren zu können. Für den Deutschen Schachbund und alle seine Mitglieder tat das stellvertretend der DSB Vizepräsident Joachim Gries mit einer Verneigung vor dem immensen schachlichen Lebenswerk des Jubilars.

Wir in der DSAM sind froh, Gerhard Hund als „Kopf“ der bekannten hier in Brühl zu seinem achten Qualifikationsturnier begrüßen zu dürfen – und wer glaubt, dass Spieler wie er im etwas gesetzteren Alter nicht mehr „für voll“ genommen werden müssen, der möge einen Blick auf die Tabelle der A-Gruppe werfen: 3 Punkte (Platz 9) und vor allem eine Elo-Zahl von 2137 erringt nur, wer richtig gut Schach spielen kann!

Gerhard Hund betreibt „das“ Almanach des deutschen Schachs im Internet, die Seite www.teleschach.de. Wer Informationen, Bilder, Daten, Impressionen oder einfach Vergnügliches zum Thema Schach finden möchte, wird auf seiner akribisch gepflegten Seite stets auf äußerst verlässliche Informationen stoßen.

Informationen zu Gerhard Hund:

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