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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft
RAMADA Cup 6³   2011/2012

Qualifikationsturnier Aalen

16. bis 18. Dezember 2011

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Spielort:

RAMADA Hotel Aalen

Ralf Mulde berichtet aus Aalen

Nach der Therme eine Partie Schach

Als Walter Pungartnik, Referent für Breitenschach des Deutschen Schachbundes die Grüße des Verbandes und des DSB-Präsidiums überbrachte, forderte er mit einem Zitat von Raymund Stolze die 203 erwartungsvollen Teilnehmer der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) zu „heißen Spielen vor der warmen Therme“ auf, meinte das aber keinesfalls unanständig. Das gastgebende RAMADA-Hotel ist einfach für die herrliche Therme bekannt, also eine Art warm sprudelnder Swimmingpool, in dem die Hotelgäste immer wieder gerne planschen gehen. Sogar mancher weiße Bademantel mit frisch gethermten Schachspielerlein soll schon im Turniersaal gesehen worden sein: Warum auch nicht?

Wie viele Akteure spielen diesmal eigentlich mit? Sage und schreibe 203 Teilnehmer (beim letzten Mal in Aalen waren es noch 177) machten den stv. Hotelmanager des RAMADA Hotels in Aalen, Matthias Roth, durchaus zufrieden. Fast schon musste man sich Sorgen machen, dass alle Spieler auch einen Stuhl am Brett vorfanden, aber natürlich wurde diese kleine organisatiorische Herausforderung wie immer bestanden.

Eigentlich hätte Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher auch gut am Turnier teilnehmen können, hatte er doch vor langer Zeit rund 20 Jahre „auf Verbandsliganiveau“ Schach gespielt, aber der Jurist beschränkte sich dann leider doch nur auf die eröffnenden Worte der Veranstaltung. Schach sei etwas für die analytisch denkenden, geduldigen „Dickbrettbohrer“ sagte er launig, die doch heute in Zeiten der schnelllebigen „Dünnbrettbohrer“ in Zeitungs- und Fernseh-Redaktionen mehr denn je gebraucht würden.

Die knapp 70.000 Menschen, für die Bürgermeister Fehrenbacher zuständig ist, toppte der Sportkreisvorsitzende der Ostalb, Manfred Pawlita, ganz gelassen. Für 126.000 ist seine Verwaltung zuständig und er ließ überhaupt keinen Zweifel aufkommen: „Schach ist Sport!“ Vereine wie der SV Unterkochen, dessen Vorsitzender Rainer Geißinger natürlich anwesend war, seien wichtig und in allen Sportarten und notwendiger Teil des Sportlebens der Region.“ Manfred Pawlita zitierte in diesem Zusammenhang auch den langjährigen Chef des Deutschen Sportbundes Willi Weyer: „Sport ist eine Lebensform des Glücks.“

Hanno Dürr

Nun waren die Dämme der Rhetorik gebrochen und Hanno Dürr, Ehrenpräsident des Schachverbandes Württemberg, ergänzte noch den Zitatenschatz mit „Glück ist eine höhere Form von Geduld.“ Und gerade diese Geduld sei es ja, die der Schachspieler aufbringe und ist dabei also  sozusagen einem ständigem Glückstaumel ausgesetzt.

Der SV Unterkochen hatte wie immer, wenn die DSAM in Aalen ist, den Aufbau der vielen, vielen Figuren vorgenommen, die Partieformulare ausgelegt, die Tische und Stühle gestellt und deshalb erhielt Rainer Geißinger als Vorsitzender dieses Schachvereins von Walter Pungartnik das Buch „10 Jahre Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft“ als symbolische Anerkennung überreicht, worüber er sich sehr freute. Das Buch wurde von Ralf Schreiber erstellt und vorwiegend mit Fotos von Ingrid Schulz versehen. Die Nachfrage ist anhaltend groß und das nicht nur wegen des äußerst günstigen Preises von nur 25,00 Euro, sondern natürlich wegen des unglaublichen Inhalts!

Enthalten ist ein Bild von absolut jedem Schachspieler und jeder Schachspielerin, der oder die in der „Saison“ 2010/2011 an irgendeinem der sechs Qualifikationsturniere oder am Finale teilgenommen hat, die besten Turnierberichte, die wichtigsten Statistiken einige Partien. Der Name jedes einzelnen Spielers und jeder Spielerin dieser gesamten Spanne wird im Buch aufgeführt. Es fehlt gaaaar nichts. Es ist gelungen, ein ganzes Turnierjahrzehnt des deutschen Schachs in diesem günstigen Buch abzubilden, das über die Orwo Net AG zum Preis von nur 25,-- € (zzgl. 3,49 € Versandkosten) bestellt werden kann. Interessenten wenden sich bitte, unter Angabe Ihrer Anschrift (sonst wird’s nix mit dem Zuschicken), per E-Mail an Ramada-Cup@pixelnet.de.

Die Schachsonne von Hellas und der BiBaBotzemann

Mindestens zwei Spieler dieses Turniers gehören Vereinen an, deren Bezeichnungen doch irgendwie seltsam klingen. Dem wollten wir ein wenig nachgehen.

Jens Forner aus Leipzig lag nach Runde 2 in der Gruppe E gleichauf mit der sozusagen „bewährten Fachkraft“ Uwe Scheunemann an der Spitze und zwar mit 100% der möglichen Punkte. Weil die beiden dann natürlich nach der Logik des „Schweizer Systems“ gegeneinander spielen mussten, war's hinterher mindestens für einen der beiden Essig mit den 100%. Das Leben eines Schachamateurs ist eben einfach knallhart.

Jens Forner spielt für den Leipziger Verein mit der lustigen Abkürzung BiBaBo, der zunächst gar kein Schachverein war und eigentlich nur durch ihn, eigentlich spielen die aber doch alle Billard … die äußerst vergnügliche Gründungsgeschichte des erst seit kurzem auch im Schach erfolgreichen Vereins (jetzt schon 2. Landesklasse; gerade gelang ein 5:3 gegen den Spitzenreiter „Rote Rüben“) findet sich hier. Vermutlich ist der putzige Name eine Zusammensetzung aus Billard, Basketball, Bowling, aber wer weiß das schon so genau? Basketball wird in dem Verein heute nicht mehr gespielt, dafür kam aber u.a. Schach dazu.

Mario Oberling (SV Hellas Nauen)

Ein anderer ungewöhnlicher Vereinsname ist der von „Hellas Nauen“. Ist es ein griechischer Club, in dem Mario Oberling (Gruppe C, nach Runde 2 auch noch 100%!) spielt? Die Homepage des brandenburgischen Vereins sagt darüber arg wenig: „Gegründet hat sich der Verein im Jahr 1970 unter dem damaligen Namen „BSG Empor Mitte Nauen“. Der „SV Hellas Nauen“ ist seit vielen Jahren einer der führenden und leistungsstärksten Tischtennisvereine des Havellandes.“ Das hilft ja noch nicht so richtig weiter.

Tatsächlich ist es so, dass es sogar recht viele Sportvereine  gibt, die den Namen „Hellas“ tragen und das nicht als Anklang an das sonnige „Helios“, sondern vermutlich, weil viele Sportvereine im ausgehenden 19. bzw. beginnenden 20. Jahrhundert gegründet wurden und zwar zeitgleich mit der damals modischen Begeisterung für Griechenland, die sich auch in der Fassadengestaltung vieler damals entstandener Gebäude abbildet. So feierte man den Freiheitskampf der Griechen ebenso wie deren Import eines deutschen Königs (Otto … nicht Rehhagel, sondern der Wittelsbacher, den sich die Griechen als König wählten). Besonders der Dessauer Dichter und Autor Wilhelm Müller („Griechen-Müller“) verbreitete den heute so genannten „Philhellenismus“ - und beeinflusst also heute noch ein Schachturnier im fernen Aalen!

Die Vizeweltmeisterin kam, l├Ąchelte und siegte

An acht Brettern sollte das Uhrensimultan mit Hanna-Marie Klek, U16-Vizeweltmeisterin der (jungen) Damen, im RAMADA-Hotel Aalen stattfinden. Nur, um das richtig zu verstehen: Es gibt auf der ganzen Welt nur eine einzige junge Dame, die etwas besser spielt als die Erlangerin. Trotz Sturm, kaltem Regen und teilweise Schneefall kämpfte sie sich, keine Gefahren schreckend, durch das Schwabenland und stellte sich entschlossen der Herausforderung. Wer schon einmal simultan gespielt hat, merkt schnell, dass das keine einfache Sache ist. Man muss sich immer wieder an jedem Brett auf völlig neue Partien einstellen, hat keine Möglichkeit, einmal wirklich tief die eigenen und gegnerischen Pläne auszuloten, und erhält von Mal zu Mal Züge kredenzt, mit denen man in den kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte.

Das ist also schon schwierig genug und erst recht kompliziert wird die Angelegenheit, wenn nun auch noch die Schachuhr „tickt“. Heutzutage tickt bei den elektronischen Teufelsdingern überhaupt nichts mehr, was bei der Zeitnot eigentlich immer noch ein zusätzlich dramatisierendes Element war, nicht unangenehm, aber … jedenfalls kämpfte Hanna-Marie Klek mit der zusätzlichen Bürde, auch noch „gegen die Uhr“ spielen zu müssen. Mehr als 35 Minuten plus 10 Sekunden Bedenkzeit für jeden Zug wurden ihr nicht zugestanden; das ist ein hartes Brot!

Wer nun eine sympathische, fast 17-jährige, intelligente Dame erwartet hatte, die konzentriert ihre Partien absolviert und für jeden ein freundliches Wort hat, die vielleicht schon bald noch höheren Gipfel erreichen wird als die bisher gesehenen … der wurde keineswegs enttäuscht! Das Publikum drängte sich im Foyer des RAMADA-Hotels und verfolgte gespannt den Verlauf der Partien. Zweimal wurde es sogar matt! Und am Ende stand das, was mancher angesichts der Klasse von Hanna-Marie Klek vorher schon getippt hatte: 8-0. Wir danken der Vizeweltmeisterin für ihr nettes Mitwirken und hoffen auf ein nächstes Mal!

Freudige ├ťberraschungen

Es nehmen pro Jahr durchschnittlich 1.550 Spieler an den jährlich sechs Qualifikationsturnieren der DSAM (Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft) teil, übrigens mit weiter steigender Tendenz. Es ist  also recht wahrscheinlich, dass an jedem Tag, an dem in der DSAM Partien gespielt werden, mindestens ein Spieler Geburtstag hat. Und so war es auch diesmal in Aalen. Wir gratulieren ganz herzlich Peter Eisen, der freitags seinen Geburtstag (dann auch noch mit einem Sieg!) am Brett verbrachte und Julian Sonnenberger, der am Sonntag die Glückwünsche entgegennahm.

Ganz vielen Spielern gefällt es sehr bei diesen Turnieren. Das freut uns, überrascht uns aber nicht, denn Hotel und Organisatoren geben immer ihr Bestes, um genau das zu erreichen. Diese Spieler nehmen gerne auch an mehreren Turnieren teil. Manche tun das, indem sie zum Beispiel 2010 in Aalen spielten und 2011 und hoffentlich auch 2012 (es findet immer am 4.Advent statt, falls es sich schon jemand vormerken möchte).

 Einigen ist das nicht genug. Das verstehen wir auch gut; schließlich sind die Organisatoren ja auch an allen Turnierstandorten dieser Serie zu finden. Einige (und immer mehr) Spieler beteiligen sich also an mehreren DSAM Turnieren im Jahr, manche nehmen dafür sogar Fahrten quer durch die Republik auf sich. Auch das verstehen wir gut. Und so kommt es, dass es immer wieder echte Enthusiasten in der DSAM mit dabei sind, die sozusagen ihr „25. Dienstjubiläum am Brett“ erleben, also das fünfundzwanzigste Turnier in dieser Serie mitspielen. Dafür gibt es als eine kleine Anerkennung seit dieser Saison einen besonders gestalteten „silbernen“ Springer in Form des Logos dieser Veranstaltung.

Ulrich Schrade ist einer dieser „silbernen Reiter“, ebenso wie Alfred Roesch, der bereits Anfang 2011 in Hamburg sein 25. Vorturnier spielte und jetzt den silbernen Springer nachgereicht bekam. Dieter Junghaenel, Helmut Seeber, Hans Dieter Einbrodt und Franz Gaertner haben auch bereits 25 oder mehr Vorturniere bestritten. Weil die Organisatoren hier korrekte Leute sind, werden die kleinen Silberrösser natürlich nachgereicht, sobald die Spieler wieder einmal teilnehmen.

Der „Bronzene Reiter“ steht bekanntlich in St. Petersburg und heißt eigentlich „der eherne Reiter“ oder genauer „der kupferne Reiter“ („Medny wsadnik “). So weit muss man in der DSAM aber gar nicht fahren; hier gibt es den „bronzenen Springer“ nämlich schon für zehn Turnierteilnahmen. Und damit werden diesmal Ulrich von Auer, Martin Engle, Johann Kloschies, Andreas Kuhn, Hans-Michael Kowalski, Rolf Reichel, Abdurrahman Incik, Kurt Kuechle und Andreas Heyne erfreut.

Kultur und Schlussrunde

Der Ehrenpräsident des Schachverbandes Württemberg, Hanno Dürr, würzt seine charmanten Ansprachen gerne mit einem kurzen Gedicht. Zur Erbauung der Spieler trug er in Aalen dieses von Erwin Cuntz vor:

„Geht's um den Platz wie in der Schul'
So ist nun mal des einen Uhl
Dem anderen die Nachtigall
Besonders ist beim Schach der Fall“

Erwin Cuntz wird häufig als „badisches Schachoriginal“ bezeichnet. Das war er zwar auch, aber Erwin Cuntz (1878 – 1977) war mehr als das. Der„Anwalt der Armen“ war Freidenker und Pazifist, verweigerte deshalb 1914 den Kriegsdienst und landete dafür sofort im Irrenhaus. Er war Gründer des „Akademischen Schachclubs“ und es ist recht, dass wir als heutige Schachspieler ihn in Erinerung behalten [zitiert nach: http://www.ig-dreisam.de/dreisam/auenland.html]. Seine Verse mögen uns heute fast belanglos und lediglich fröhlich erscheinen; aber Cuntz war ein Vorbild und ein bedeutender Mann.

Vor der Siegerehrung stand Hanna-Marie Klek, die am Abend zuvor einigen Spielern mit ihrem sagenhaften 8-0  noch gezeigt hatte, woran mancher noch arbeiten muss, ab 13:45 Uhr allen Fragestellern zur Verfügung und nahm natürlich auch gerne ab 14:15 Uhr Seite an Seite mit dem DSB-Referenten für Breitenschach, Walter Pungartnik und Dr. Dirk Jordan, Sprecher des Organisationsteams, die Siegerehrung vor.

In der Gruppe F war Bernd Sonnberger (DWZ1234) mit einem halben Vorsprung in die letzte Runde gegangen; er hatte 3,5 Punkte, ganz viele andere Spieler folgten ihm mit 3,0 Punkten. Jedoch hatte er nicht die beste Buchholzzahl, so dass ein Remis vielleicht nicht für den Gruppensieg reichen würde. Folglich machte er am Ende „ganze Sachen“, gewann entschlossen die letzte Partie und damit das Turnier; 90% der möglichen Punkte sind eine tolle Leistung!

Andreas Heyne (DWZ 1221) aus Waldkirchen wurde mit 4,0 Punkten Zweiter. Wichtig sind aber alle Plätze zwischen 1-6, denn die qualifizieren sich ja für das Finale in Halle/Saale. Getrennt durch die Bucholzzahl, aber alle mit 3,5 Punkten, platzierten sich hier in der Reihenfolge Bernd Reichmann (1205), Markus Pflumm (1196), Vladimir Stepanek (1220) und Leonhard Thomas (1219). Die nachfolgenden Spieler kamen maximal auf 3,0 Punkte und waren also von den ersten sechs sauber getrennt. Weil aber einer von diesem Sextetts bereits schon in einem anderen Vorturnier eine Qualifikation für Halle erspielt hatte, erhielt in dieser Gruppe auch der Siebte ein Ticket für das DSAM-Finale, nämlich der Allgäuer Armin Dorner (1626), der beste Spieler mit 3,0 Punkten. Der Seriensieger Frank Stolzenwald (1284) konnte sich diesmal nicht platzieren.

Äußerst spannend war die Lage auch in der Gruppe E. Eingangs der Schlussrunde wiesen gleich sieben Spieler (nein, nicht Zwerge!) 3,0 Punkte auf. Diese Führenden lagen mit ihren „Buchhölzern“ auch noch eng beieinander, so dass Voraussagen über den Turnierausgang unmöglich waren. Die Luft über den schwarzen Bauern knisterte vor Spannung …

Am Ende hatten zwei Spieler 4,0 Punkte, aber Frederik Botte (1403) hatte eine bessere Buchholzzahl als Vincenz Blanquett (1460) und so waren die ersten beiden Plätze vergeben. Nun folgten vier Spieler mit 3,5 Punkten, wiederum von der Feinwertung unterschieden und zwar Jens Former (1486), Norbert Feßler (1346), Mehmet Basaran (1469) und Oliver Billing (1498). Diese insgesamt sechs Schachfreunde der Gruppe E sind für das Finale in Halle qualifiziert.

David Renner, Harald Vossen und Manfred Hannemann waren die drei Strategen, die in Gruppe D bisher mit 3,5 Punkten (aus vier Partien) geglänzt hatten. Ihnen folgte jedoch ein vermutlich preishungriges Spielerquartett mit 3,0 Punkten; alle vier warteten natürlich nur auf einen Ausrutscher des Führungstrios. Die würden zur Stelle sein, das war gewiss.

Am Ende war es Manfred Hannemann (1648), der mit 4,5 Punkten, also 90%, den ersten Platz belegte. Drei Spieler erspielten sich 4,0 Punkte und zwar Harald Vossen (1664), Abdurrahman Incik (1553) und David Renner (1651). Die Feinwertung sorgte auch hier für die Gliederung in Platz zwei, drei und vier. Allerdings wiesen die Schachfreunde Incik und Renner sogar eine identische Buchholzzahl auf, so dass zur Unterscheidung die Sonneborn-Berger-Wertung herangezogen wurde. Genau zwei Spieler waren es, die  diese Gruppe mit 3,5 Punkten abschlossen. Florian Ries (1600) und Ulrich Schrade (1623) waren damit Fünfter und Sechster.

Einen Spieler gab es in Gruppe C, der als „Mr. 100%“ in die Schlusskurve fuhr: Bernd Krüger (DWZ 1815) aus Waldkirch hatte bis dato alles gewonnen und hatte jetzt natürlich beste Chancen, den Wettbewerb mit einem glanzvollen Sieg zu beenden. Aber Helmut Schleiffer (1703) und Herbert Beck (1742) waren ihm mit jeweils 3,5 Punkten dicht auf den Fersen.

Am Ende erzielte Bernd Krüger ein Remis, hatte damit 4,5 Punkte und war uneinholbarer Erster. Zu den Schachfreunden Schleiffer und Beck gesellte sich Andreas Vaas (1744) aus Ansbach; alle erzielten 4,0 Punkte und wurden in der genannten Reihenfolge Zweiter, Dritter und Vierter. Nun gab es eine ganze Reihe von Spielern die 3,0 Punkte aufwiesen. Werner Kraus (Turm Büdingen, 1846) und ihm folgend Robert Wilms (SF Hamburg, 1852) waren die Spieler mit der besten Feinwertung und damit Fünfter bzw. Sechster. „Beste Feinwertung“? Ja, die hatten die beiden – und zwar eine identische Buchholzzahl! Den Ausschlag in der Platzierung zugunsten von Robert Wilms gab der hauchdünne Vorsprung von einer halben Sonneborn-Berger-Zahl, „also eigentlich ja gar nichts“, wie Organisator Dr. Dirk Jordan bei der Siegerehrung sagte.

In der Gruppe B gab es den anderen Spieler, der vor der letzten Runde 100% aufwies – und Stephan Brem aus Ebersberg (DWZ 2034) gelang es tatsächlich, auch seine letzte Partie zu gewinnen! Mit 5,0 aus 5 Partien eine solche Gruppe zu dominieren, das ist schon eine tolle Leistung.

Drei Spieler erreichten hier 4,0 Punkte, folgten also dem „Dominator“ mit respektvollem Abstand. In der Reihenfolge sind es Dirk König, Jens-Uwe Stielau und Marko Sponheim. Die Schachfreunde Uwe Ritter und Armin Maier wurden mit je 3,5 Punkten Fünfter. Hans-Joachim Czikuß war dicht dran, schaffte es aber diesmal als Siebter nicht ganz, hatte sich aber schon in Bad Soden eine Qualifizierung erspielt, ebenso wie Marko Sponheim. Damit war klar: In dieser Gruppe qualifizierte sich sogar der Achte, nämlich Johann Kioschies aus Aalen für das Finale!

Die zum erweiterten Favoritenkreis zählende Saskia Stark (SG Grün-Weiß Dresden, Elo 2001) wurde wohl diesmal den eigenen Erwartungen nicht ganz gerecht; in der Startrangliste als 20. geführt, wurde es am Ende mit 2,0 aus 5 der 27. Rang. Für andere ist das ein trostreiches Beispiel, dass es nicht immer phantastisch laufen kann. Aber die begabte Sächsin wird nicht locker lassen und schon beim nächsten Mal müssen sich die anderen warm anziehen – nicht nur, weil wir in Hamburg-Bergedorf im kalten Januar spielen werden!

Und in der Gruppe A, der nominell Stärksten, gab es vor der letzten Runde einen Führenden, nämlich Martin Niering (DWZ 2088) von der „Rochade Magdeburg“, der mit seinen 3,5 Punkten natürlich beste Chancen auf den Turniersieg hatte, aber wer weiß … Er gewann aber seine letzte Partie, kam also auf großartige 4,5 Punkte und war damit uneinholbar.

Unter den nachfolgenden Spielern wies FM Gerald Löw (2215) mit 3,5 Punkten die beste Feinwertung auf und wurde damit Zweiter. FM Holger Namyslo (2138), der es zwischendrin fast ein wenig abreißen ließ, kam mächtig auf und wurde punktgleicher Dritter. Ihm folgten als Vierter, Fünfter und Sechster mit ebenfalls 3,5 Punkten Dominic Bader (1943), Roland Meyer (2110) sowie Oliver Prestel (2060).

Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Dominic Bader (SC 1947 Beilngries), der als zwanzigster der Startliste ins Rennen ging und als vierter den Turniersaal verließ.

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